Author: Rainer Linse

Das Beste oder (wieder) nichts?

Der Mann mit dem auffallenden Schnauzbart hatte es geschafft: Er trägt keine Krawatte mehr und bevorzugt Jeans mit Sneakers. DAIMLER ist in den Premium-Märkten wieder Nr. 1, was den Absatz (also die Stückzahlen) angeht. DAIMLER-Chef Dieter Zetsche wurde von seinen Mitarbeitern zum Chef des Jahres gewählt. Die aktuelle Marketing-Kampagne “Was bedeutet eigentlich Intelligenz?” zur Bewerbung der neuen E-Klasse einschließlich EQ als Plug-in-Hybrid vermittelt den Eindruck, die Zukunft im Griff zu haben. Und die Vergangenheit? Wenn es stimmt, was die Stuttgarter Nachrichten (unter Berufung auf “Süddeutsche Zeitung”, NDR und WDR) heute auf ihrer Titelseite schreiben, dann wird der Autobauer verdächtigt, über einen Zeitraum von fast zehn Jahren Fahrzeuge mit einem unzulässig hohen Schadstoffausstoß verkauft zu haben. Es soll sich um mehr als eine Million Fahrzeuge mit den Motoren OM 642 (350d) und OM 651 (200 CDI, 220 CDI und 250 CDI in nahezu allen Baureihen) zwischen 2008 und 2016 handeln. Im Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Stuttgart heiße es, DAIMLER habe die unzulässige Abschalteinrichtung entgegen den Vorschriften dem Kraftfahrtbundesamt als Genehmigungsbehörde nicht offengelegt. Die Autos seien demnach nicht …

Hat der Diesel wirklich keine Chance mehr?

Wer regelmäßig unsere Seiten besucht, wird sich erinnern: Vor ziemlich genau zehn Jahren (am 5. August 2007) postete ich hier den Artikel “Warum der Diesel keine Chance mehr hat“. (Lassen Sie sich doch benachrichtigen, wenn sich auf meiner Seite etwas geändert hat. Vielleicht lohnt es sich für sie.) Aus aktuellem Anlass stelle ich ihn hier nochmals zur Diskussion. Mein Spitzname ist mittlerweile “Kassandra“, nicht wegen der Schönheit, sondern wegen der Tragik 😉 Ich weiß nicht mehr, über was ich in Immenstadt gesprochen hatte – Begeisterung (bei den Gastgebern) sieht anders aus 😉 (WIKIPEDIA): (Kassandra (altgriechisch Κασσάνδρα, manchmal auch Κασάνδρα, lat. Cassandra) ist in der griechischen Mythologie die Tochter des trojanischen Königs Priamos und der Hekabe, damit Schwester von Hektor, Polyxena, Paris und Troilos sowie Zwillingsschwester von Helenos. Der Gott Apollon gab ihr wegen ihrer Schönheit die Gabe der Weissagung. Als sie jedoch seine Verführungsversuche zurückwies, verfluchte er sie und ihre Nachkommenschaft, auf dass niemand ihren Weissagungen Glauben schenken werde. Daher gilt sie in der antiken Mythologie als tragische Heldin, die immer das Unheil voraussah, aber …

“WIR SIND NICHT NORMAL.”

Manche wussten es ja schon immer, aber jetzt machen wir es offiziell. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur (Ver-) Besserung. Nach zehn Jahren mit diesem Webauftritt wollen wir unsere Website kritisch überprüfen und von Ihnen Vorschläge für ein “nicht ganz normales” Erscheinungsbild bekommen. Danke im Voraus und viele Grüße, Rainer Linse und Sabine Reuther http://www.imagesbuddy.com/images/168/confidence-is-sexy-confidence-quote.jpg Dank an Dr. Hergenröder, der uns diesen Link schickte. (gefunden auf otto.de) Er ist Technischer Direktor des RRZE (Regionales Rechenzentrum Erlangen der Friedrich-Alexander-Universität) und seit über zwanzig Jahren unser Kunde. Da er den gleichen Friseur hat wie ich, hat er den Alias “Locke”. 😉  

(Falsch) Umgeparkt im Kopf?

Was würden Sie mit einem Unternehmen machen, das seit 17 Jahren Verluste einfährt? Zum Geschäftsjahresende 2015 waren über 7 Milliarden Euro Verluste aufgelaufen, bei einem Eigenkapital von 5,6 Milliarden war Opel mit 16,6 % überschuldet. 2016 sollte endlich die Wende bringen, wie der Vorstandsvorsitzende Karl-Thomas Neumann mit Energie und Überzeugungskraft immer wieder betonte. Und tatsächlich konnte ein Quartal 2016 mit schwarzen Zahlen abgeschlossen werden. Leider sind zum Jahresende dann doch wieder 257 Millionen Euro Verlust aufgelaufen (ohne das Brexit-Votum und die Pfundschwäche hätte es für schwarze Zahlen gereicht, meint Neumann). Umparken im Kopf war die geniale Werbekampagne, die von der Vorständin Tina Müller entwickelt und umfassend umgesetzt wurde (sie kam von Henkel und verantwortete dort zuletzt das Marketing von Haar-, Gesichts- und Mundpflege bzw. Beauty Care). So eine Kampagne geht eben schneller als eine Neupositionierung im Markt, glaubwürdiger wird sie dadurch nicht. Wenn man mit jedem Auto durchnittlich 210 Euro Verlust macht, wird das mit dem Gewinn eben schwierig (zum Vergleich: Ford Europa verdient mit jedem Auto durchschnittlich 740 Euro, WirtschaftsWoche vom 17.2.2017, S. 64). …

Schöne Neue (Digitale) Welt

Aldous Huxley hätte seine wahre Freude gehabt: In seinem 1932 erschienenen Roman “Brave New World” beschäftigte er sich schon mit einer Welt, in der Frieden, Freiheit und Stabilität gesichert scheinen. Vermutlich kennen Sie das Buch aus der Schulzeit und/oder Sie haben den Film gesehen, der 1980 erschien (Inszenierung Burt Brinckerhoff) und 1998 für das Fernsehen neu aufgelegt wurde (Dan Wigutow Productions). Wikipedia ist was Feines 😉 Was war noch mal der Preis dafür? Diese Welt kommt nun in etwas anderer Form aber mit gleicher Zielsetzung auf uns zu: Wir müssen nicht mehr (körperlich) arbeiten, das machen zukünftig intelligente und vernetzte Roboter, im Geschäfts- und im Privatleben. Auch geistig müssen wir nicht mehr so viel arbeiten, weil Künstliche Intelligenz uns überlegen scheint: Rechnergestützte Algorithmen sind vielen unserer persönlichen Entscheidungsprozesse überlegen und werden ständig optimiert, was ich von mir als 58-jährigen “Querkopf” nicht gerade behaupten kann. Schachcomputer habe ich mir vorsichtshalber keinen angeschafft, und meine Frau spielt auch nur noch ganz selten gegen mich. (Sie ist blond und versteht unter künstlicher Intelligenz vielleicht etwas anderes.) Stabilität durch …

Die neue “Leitkultur”

Heute im ARD-Morgenmagazin aufgeschnappt: Pünktlich wie die Bahn Sauber wie VW Ehrlich wie der DFB Leider habe ich nicht mitbekommen, aus welcher Tageszeitung zitiert wurde, aber ich ergänze sinngemäß: Ertragsstark wie die Deutsche Bank Glaubwürdig wie der ADAC Zuverlässig wie der TÜV Sicher wie die Rente Hart wie Kruppstahl (oops) Was fällt Ihnen dazu ein? Im transparency international index 2014 sind wir zwar noch auf Platz 12 (zwischen Australien und Island), Platz 1 und 2 halten übrigens Dänemark und Neuseeland, das Jahr 2015 hat es aber wirklich in sich. Mal sehen, wie wir uns entwickeln.

VW und der Diesel-Betrug oder “Die Compliance-Steuerung”

Der Gedanke ist bestechend: Im Prüflauf haben wir astreine Werte, danach bis zu 40 Mal schlechteren (Schadstoff-) Ausstoß. Irgendwie erinnert mich das an den Unternehmensalltag. Sind die Wirtschaftsprüfer im Haus, muss alles stimmen, sind sie wieder weg, kommt eine andere (Unternehmens-) Steuerung zum Einsatz. “Ich bin auf Distanz zu Martin Winterkorn” sagte Ferdinand Piech, für viele überraschend, und dann war er weg, als Aufsichtsratsvorsitzender des VW-Konzerns, allerdings ungewollt. Anscheinend hat er den Machtkampf gegen seinen früheren Vertrauten verloren. Dr. Winterkorn möchte seine Vertragsverlängerung am 25. September 2015 vom Aufsichtsrat bestätigt bekommen, als Vorstandsvorsitzender des möglicherweise größten Automobilkonzerns der Welt. Das wird nun schwierig, vielleicht sogar unmöglich. Fast 20% verlor die VW-Aktie gestern, am 21. September 2015, nachdem Winterkorn zugeben musste, dass der 2,0 Liter Dieselmotor in den USA vorsätzlich im Prüflauf bessere Abgaswerte vorgaukelt. Im Echtbetrieb erreichte er dann bis zu 40 Mal schlechtere Werte. Institutionelle Anleger lassen Schadenersatzansprüche gegen den Volkswagen-Konzern prüfen. VW-Aktionären steht möglicherweise Schadenersatz in Milliardenhöhe zu, wenn das Unternehmen die Risiken zu lange verschwiegen hat, die durch Abgasmanipulationen entstanden sein könnten. …

Car-Sharing einmal anders betrachtet

Teilen ist in. Die Zeitung, der Büroarbeitsplatz, das Pferd, (die Freundin?,) die Wohnung und selbstverständlich auch das Auto. Nicht das eigene – da sind wir eigen – nein das aus dem Pool. Am besten als Elektroauto mit Solardach, induktivem Laden, separaten Fahrspuren und kostenlosem Parkplatz. Das wäre doch mal eine echte Problemlösung, insbesondere für die Stadt. carsharing-anbieter.info Was würde das dann kosten? Egal, so genau rechnen wir nicht, schließlich subventionieren die großen Autohersteller die kleinen Autos im Pool, noch. Wir kennen Familien, die seit Jahren gute Erfahrungen mit Car-Sharing machen. Sie haben kein eigenes Auto und beherrschen die Tricks, wie man rechtzeitig sein Wunschauto reserviert, um abends nach Hause zu kommen, und morgens mit dem selben Smart wieder los. (Parken Sie den Wagen doch einfach in der verschlossenen Tiefgarage) Ist das wirklich smart? Wenn wir davon ausgehen, dass ein Pool-Auto so wenig wie möglich stehen sollte, brauchen wir dafür – konsequent zu Ende gedacht – keinen Parkplatz. Ist das realistisch? Derzeit wohl noch nicht, obwohl die Apps immer bessere Verknüpfungen ermöglichen. Irgendwann kommen die Autos …

“Controlling einmal anders”

Unter dem Motto “Controlling einmal anders” haben wir die 10. Controlling Competence Stuttgart (CCS) am 29. November 2012 in der IBM-Deutschland-Zentrale durchgeführt. Rainer Linse, der mittlerweile seine Anstecknadel für die 20-jährige Mitgliedschaft im Internationalen Controller Verein erhielt, organisierte und moderierte die Jubiläumsveranstaltung in seiner Eigenschaft als ICV-Delegierter Deutschland Süd (Baden-Württemberg und Bayern). “Self Controlling – Wie ich meine Ziele erreiche” war das Thema des Abschlussvortrags von Joey Kelly, das bewusst ausgewählt wurde, um Controller und “Sich-für Controlling-verantwortlich-Fühlende” darauf hinzuweisen, dass jeder Einzelne von uns den Anforderungen und Maßstäben gerecht werden sollte, die “Controller” so gerne bei anderen anlegen und “monitoren”. Joey Kelly demonstrierte eindrucksvoll, wo und wie wir den Kampf mit dem inneren Schweinehund aufnehmen können. Die über 175 Teilnehmer der Veranstaltung bewiesen, dass auch Controller über Begeisterungsfähigkeit und Selbstkritik verfügen können. Nach dem Grundsatz “Wenn`s am Schönsten ist, soll man aufhören” übergab Rainer Linse mit dem Dank an seine confidence-Partnerin Sabine Reuther und die treuen Mitglieder des ICV-Arbeitskreises Heilbronn-Künzelsau die Verantwortung für die nächste CCS am 28. November 2013 in die bewährten Hände des …

15 Jahre “quer” denken

Fast hätten wir es vergessen: 15 Jahre gibt es confidence consult bereits, als GmbH, als Denkansatz schon etwas länger. “confidence” im Sinne von “Zuversicht” bzw. “Selbstvertrauen”. Aber warum quer? Weil wir immer wieder versuchen, eine andere Perspektive einzunehmen. Nicht wie Til Schweiger, der bei seiner Verleihung des Querdenker-Preises 2011 lallte: “Glaubt an das, an was Ihr glaubt” (Medikamente und Rotwein waren Schuld). Unser Mehr-Wert besteht nicht darin, unsere Auftraggeber darin zu bestärken, etwas zu tun oder umzusetzen, was bereits entschieden ist (“Wes Brot ich ess`, des Lied ich sing”) sondern kritisch zu hinterfragen, ob die wahren Ursachen für Probleme bzw. Konflikte erkannt sind, und dadurch die angedachte Lösung auch nachhaltigen Erfolg versprechen kann. Unserem confidence-Logo liegt ein Vier-Felder-Portfolio zu Grunde, die beiden Achsen beziehen sich auf die Fragen “Was halte ich für richtig/falsch” und “Was nutzt/schadet mir”. Und immer wieder stellen wir uns die Frage: “In welchem Feld stehen wir gerade?” Und dann kann es sein, dass wir ein Mandat zurückgeben oder erst gar nicht annehmen, weil wir das Gefühl bekommen, als Deckmantel verwendet zu …