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Die neue “Leitkultur”

Heute im ARD-Morgenmagazin aufgeschnappt: Pünktlich wie die Bahn Sauber wie VW Ehrlich wie der DFB Leider habe ich nicht mitbekommen, aus welcher Tageszeitung zitiert wurde, aber ich ergänze sinngemäß: Ertragsstark wie die Deutsche Bank Glaubwürdig wie der ADAC Zuverlässig wie der TÜV Sicher wie die Rente Hart wie Kruppstahl (oops) Was fällt Ihnen dazu ein? Im transparency international index 2014 sind wir zwar noch auf Platz 12 (zwischen Australien und Island), Platz 1 und 2 halten übrigens Dänemark und Neuseeland, das Jahr 2015 hat es aber wirklich in sich. Mal sehen, wie wir uns entwickeln.

VW und der Diesel-Betrug oder “Die Compliance-Steuerung”

Der Gedanke ist bestechend: Im Prüflauf haben wir astreine Werte, danach bis zu 40 Mal schlechteren (Schadstoff-) Ausstoß. Irgendwie erinnert mich das an den Unternehmensalltag. Sind die Wirtschaftsprüfer im Haus, muss alles stimmen, sind sie wieder weg, kommt eine andere (Unternehmens-) Steuerung zum Einsatz. “Ich bin auf Distanz zu Martin Winterkorn” sagte Ferdinand Piech, für viele überraschend, und dann war er weg, als Aufsichtsratsvorsitzender des VW-Konzerns, allerdings ungewollt. Anscheinend hat er den Machtkampf gegen seinen früheren Vertrauten verloren. Dr. Winterkorn möchte seine Vertragsverlängerung am 25. September 2015 vom Aufsichtsrat bestätigt bekommen, als Vorstandsvorsitzender des möglicherweise größten Automobilkonzerns der Welt. Das wird nun schwierig, vielleicht sogar unmöglich. Fast 20% verlor die VW-Aktie gestern, am 21. September 2015, nachdem Winterkorn zugeben musste, dass der 2,0 Liter Dieselmotor in den USA vorsätzlich im Prüflauf bessere Abgaswerte vorgaukelt. Im Echtbetrieb erreichte er dann bis zu 40 Mal schlechtere Werte. Institutionelle Anleger lassen Schadenersatzansprüche gegen den Volkswagen-Konzern prüfen. VW-Aktionären steht möglicherweise Schadenersatz in Milliardenhöhe zu, wenn das Unternehmen die Risiken zu lange verschwiegen hat, die durch Abgasmanipulationen entstanden sein könnten. …

VW oder Porsche, wer übernimmt wen?

Stuttgart macht wieder Schlagzeilen: Der Arbeitsvertrag von LBBW-Chef Jaschinski wird nicht verlängert, Porsche-Chef Wiedeking wird von Ferdinand Piech demontiert und sucht sein Heil in Katar, bei der Kfw und neuerdings (anscheinend) beim DAIMLER. Der hat allerdings andere Probleme. Einige haben sich schon übernommen, anderen steht es noch bevor. Dabei wollten sie eigentlich andere übernehmen. Früher hätte man gesagt: Hochmut kommt vor dem Fall, heute sieht man das pragmatisch: Die “Kleinen” haben sich verzockt. Allerdings ist das kein rein schwäbisches Problem, im Fränkischen ließ auch der Pelzmantel von Maria-Elisabeth Schaeffler die Stimmung kippen. Am Ende des Tages wird wohl Continental die INA-Schaeffler Gruppe übernehmen. Sicherlich, auf unser Mitleid sind die Herrschaften nicht angewiesen, sie werden ausgesorgt haben, bzw. werden in absehbarer Zeit an anderer Stelle wieder gebraucht. Wie konnte das passieren, vor allem mit dieser Dynamik? Wir nennen keine Details, man liest allerdings viel. Häufig  paaren sich Selbstüberschätzung und Realitätsverlust an der Spitze. Der “Gesunde Menschenverstand” wird überlistet, interne Kritik wird unterbunden, Konflikte werden unterdrückt. Solange es eben geht. Der “Blinde Fleck” spielt uns einen Streich, …