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VW und der Diesel-Betrug oder “Die Compliance-Steuerung”

Der Gedanke ist bestechend: Im Prüflauf haben wir astreine Werte, danach bis zu 40 Mal schlechteren (Schadstoff-) Ausstoß. Irgendwie erinnert mich das an den Unternehmensalltag. Sind die Wirtschaftsprüfer im Haus, muss alles stimmen, sind sie wieder weg, kommt eine andere (Unternehmens-) Steuerung zum Einsatz.

Ich bin auf Distanz zu Martin Winterkorn” sagte Ferdinand Piech, für viele überraschend, und dann war er weg, als Aufsichtsratsvorsitzender des VW-Konzerns, allerdings ungewollt. Anscheinend hat er den Machtkampf gegen seinen früheren Vertrauten verloren. Dr. Winterkorn möchte seine Vertragsverlängerung am 25. September 2015 vom Aufsichtsrat bestätigt bekommen, als Vorstandsvorsitzender des möglicherweise größten Automobilkonzerns der Welt. Das wird nun schwierig, vielleicht sogar unmöglich.

Fast 20% verlor die VW-Aktie gestern, am 21. September 2015, nachdem Winterkorn zugeben musste, dass der 2,0 Liter Dieselmotor in den USA vorsätzlich im Prüflauf bessere Abgaswerte vorgaukelt. Im Echtbetrieb erreichte er dann bis zu 40 Mal schlechtere Werte.

Institutionelle Anleger lassen Schadenersatzansprüche gegen den Volkswagen-Konzern prüfen. VW-Aktionären steht möglicherweise Schadenersatz in Milliardenhöhe zu, wenn das Unternehmen die Risiken zu lange verschwiegen hat, die durch Abgasmanipulationen entstanden sein könnten. Darüber hinaus ermitteln die Justiz in den USA und in Deutschland und prüfen strafrechtliche Konsequenzen.

Einzig die Politik in Deutschland hält sich bisher vornehm zurück. Wird hier Rechtssicherheit bzw. Gerechtigkeit auf dem Altar der Sorge um Arbeitsplätze geopfert? Kann man einem Chef-Lobbyisten wie Matthias Wissmann, ehemaliger Bundesverkehrsminister, seit 2007 Präsident des Verbandes der Automobilindustrie VDA, trauen, auch wenn er ein Toupet trägt? Er behauptet immer noch, der Diesel könne CO2-Emissionen reduzieren (was objektiv stimmt im Vergleich zum Benziner um bis zu 20%) und gleichzeitig Schadstoffe reduzieren (was nur mit hohem technischen Aufwand und damit häufig unwirtschaftlich gelingt). Immerhin ist jedes zweite Auto in Westeuropa ein Diesel, weil er verhältnismäßig wenig verbraucht und dazu (für Vielfahrer) steuerlich begünstigt wird.

Der Zielkonflikt für Entwickler und Konstrukteure besteht darin, dass, je sparsamer die Motoren ausgelegt sind, der Schadstoff-Ausstoß unter Last erheblich steigt. Andererseits steigen Verbrauch und damit CO2-Ausstoß, je sauberer die Verbrennung abläuft.

Übrigens ist auch die “moderne” Benzin-Direkteinspritzung, häufig mit Turboaufladung, betroffen. “Wenn der Treibstoff direkt eingespritzt wird, ist zu wenig Sauerstoff im Verbrennungsraum, und es kommt zur Rußbildung” sagt Lars Mönch vom Umweltbundesamt. Die Folge sei, “dass die auf Spritsparen getrimmten Direkteinspritzer-Benziner derzeit größere Luftverschmutzer sind als die Dieselmotoren.” Sie haben jedoch “Artenschutz” und benötigen – noch – keinen Rußfilter. Denn dann wird der Verbrauch zwangsläufig wieder steigen.

Kaum auszudenken was passiert, wenn die ökologischen und ökonomischen Zusammenhänge wirklich aufgedeckt werden. Ich bin gespannt, wie sich der aktuelle Verkehrsminister Alexander Dobrindt in dieser Frage positionieren wird, sein (heimlicher) Chef Horst Seehofer ändert seine Meinung bekanntlich öfter. Und kommen Sie jetzt bitte nicht mit dem Elektro-Auto! Wir wissen ja noch nicht einmal, wie wir die Energiewende ohne die Berücksichtigung des Strombedarfs von Elektroautos schaffen sollen. Außerdem wird der Kohlendioxidausstoß von Elektroautos schöngerechnet, weil die Emission in den Kraftwerken derzeit in der EU nicht mitgezählt wird. Beim deutschen Energiemix (Kernkraft, konventionelle Kraftwerke, erneuerbare Energien) hat jedes Elektroauto heute einen höheren CO2-Ausstoß als ein moderner Diesel.

Machen wir uns nichts vor: Die Umweltstandards sind auch in den USA von Wirtschaftsinteressen geprägt. Die Grenzwerte für den Stickoxid-Ausstoß von Dieselmotoren für Pkw wurden 2007 derart verschärft, dass man von Protektionismus sprechen könnte. Möglicherweise wurde der in den USA genial beworbene “Clean Diesel” TDI für VW und Audi aus diesen Gründen manipuliert, wäre er mit aufwändigerer Abgasreinigung zu teuer geworden? Wir können nur hoffen, dass die deutschen Premium-Hersteller wie Mercedes und BMW nicht solche Tricks anwenden (müssen), but anyway, “VW bringt in den USA den Diesel in Verruf” zitieren die Stuttgarter Nachrichten vom 21. September 2015 eine dpa-Meldung. Nicht nur den Diesel, überhaupt “German Engineering“?

Ein paar Zahlen gefällig?

Bisher scheinen in den USA 482.000 Fahrzeuge betroffen. Die US-Umweltbehörde EPA ermittelt: Im schlimmsten Fall drohen Strafen von bis zu 37.500 Dollar, pro Fahrzeug. Das wären dann über 18 Milliarden Dollar Strafe. Dazu käme eine gigantische Rückrufaktion, um die Fahrzeuge nachzurüsten, wenn das technisch überhaupt möglich ist. Deren Kosten können und wollen wir derzeit nicht abschätzen. Und womöglich werden etliche Autos zurückgegeben (Wandelung, weil nachbessern nicht funktioniert bzw. weil der Wagen seine Allgemeine Betriebserlaubnis verliert und der Käufer sich vorsätzlich betrogen fühlt). Bei einem Eigenkapital des VW-Konzerns von 90 Mrd. Euro ist jetzt bereits absehbar, dass der materielle Schaden an die Substanz gehen kann. Zig Milliarden Euro für Investitionen werden fehlen, um Strafzahlungen und Sammelklagen, nicht nur in den USA, gerecht zu werden. Ist das der Preis für die Hybris Einzelner, oder steckt hier System dahinter? Der VW-Konzern, ein Familienunternehmen mit Staatsbeteiligung! Unter massiver Einbeziehung des traditionell mächtigen Betriebsrats, der jetzt von nichts mehr gewusst haben möchte.

Kaum zu glauben, dass, der für seine technische Detailverliebtheit bekannte, Winterkorn von den Manipulationen nichts wusste. Hat er sie vielleicht sogar initiiert? Oder mussten seine Entwickler tricksen, weil sie sonst wie in einer Diktatur verbannt worden wären? Der Führungsstil im VW-Konzern seit Ferdinand Piech trug nicht unbedingt dazu bei, ein Klima des Vertrauens und eine Fehlerkultur (Fehler machen / zugeben dürfen) zu schaffen, hier wurde mit Druck, psychologischem Druck und Zeitdruck, systematisch geführt. Und hierin liegt vermutlich auch die Ursache, da wir bisher wohl nur die Spitze des Eisbergs erkennen können. Schon früher wurde kolportiert: “VW ist wie Nordkorea ohne Straflager”. Nicht auszudenken, wenn dieses Führungsmodell tatsächlich dazu geführt hätte, weltweit die Nr. 1 unter den Automobilherstellern zu werden und zu bleiben.

Neben dem selbst verschuldeten materiellen Schaden kann sich der immaterielle Schaden überproportional auswirken. Die Marktanteile von VW und Audi waren schon vorher eher gering in den USA, verlieren sie jetzt ganz den Anschluss?

Der Autor hat an dieser Stelle am 5. August 2007 unter der Überschrift Warum der “Diesel” keine Chance (mehr) hat auf das Spannungsfeld zwischen dem technisch Machbaren und der Wirtschaftlichkeit von Diesel-Motoren hingewiesen, er möchte allerdings nicht als “Kassandra” tituliert werden! Sie war ja bekanntlich dazu verflucht, die Wahrheit vorherzusagen, die ihr aber keiner glaubte. Als Berater ist mir das schon einmal passiert, zum Glück wurde ich dafür nicht wirklich erdolcht bzw. mein Auto auf dem Firmenparkplatz noch nicht verkratzt 😉

Compliance heißt das Zauberwort. Wer dort seine Glaubwürdigkeit verspielt, riskiert seine Zukunft. Nicht nur in den USA. Wer weiß, ob die Diesel-Abgas-Steuerung nur in den USA manipuliert wurde, was ist mit Europa oder China? Darüber wollen wir lieber nicht nachdenken.

Was soll man davon halten, wenn die Familien Porsche und Piech als Mehrheits-Aktionäre des VW-Konzerns den Österreicher Hans Dieter Pötsch zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden (um Diskussionen bei einer möglichen Hauptversammlung zu vermeiden) per Gerichtsbeschluss durchsetzen wollen. Als Finanzvorstand trägt er möglicherweise Mitverantwortung für den Betrug, außerdem wird ihm vorgeworfen, Aktionäre und die Öffentlichkeit zu spät über den sich abzeichnenden Skandal informiert zu haben. Ist das glaubwürdig? Verstehen wir darunter Compliance?

Compliance beginnt bei uns selbst. Von der Geschwindigkeitsüberschreitung bis zur Steuererklärung, vom Ehevertrag bis zum Testament. Und immer wollen uns Juristen Glauben machen, dass sie uns dabei helfen können. Wir sind es gewohnt, unterschiedliche Steuerungsmodule wie einen Chip ein- und auszubauen. Als Führungskraft sind wir häufig anders gesteuert als wenn wir Ehepartner oder Mitglied im Verein sind. Wir haben gelernt, unterschiedliche Rollen zu spielen. Aber wir müssen aufpassen, dass wir die Spielregeln nicht zu sehr vermischen. Was im Handball notwendig und korrekt ist, wird im Fußball zum Foul. Jeder von uns hat dunkle bzw. blinde Flecken und wir tun gut daran, nicht alles aufzuwühlen und transparent bzw. öffentlich zu machen. In jedem von uns stecken Dr. Jekyll (Traumprinz) und Mr. Hyde (Misshandler), wenn wir uns z. B. das Thema häusliche Gewalt anschauen: Was ist besser? Wenn der Mann die Frau schlägt, und sie es öffentlich macht, oder die Frau den Mann, der vor lauter Scham mit niemandem darüber redet und daran zerbricht? Wo wird mehr Gewalt angewendet? Wenn das Kind einen Klaps auf den Hintern oder drei Tage Handyverbot bekommt? Auch im Straßenverkehr finden wir vielfältige Möglichkeiten, unsere Rollen auszuleben: Kompensation durch Druck aufs Gaspedal und Lichthupe oder der “Gutmensch”, der bei jeder Gelegenheit anderen den Vortritt lässt (und dadurch möglicherweise Auffahrunfälle provoziert). Zum Glück haben wir in Deutschland eine Typ-Steuerung, weil sich ein nicht unerheblicher Teil der Autofahrer auch über seinen Wagen definiert: Mercedes-Fahrer haben (eingebaute) Vorfahrt, BMW-Fahrer sind Raser, Cabrio-Fahrer extrovertiert und Porsche 911-Fahrer haben vielleicht Potenzprobleme. Für was steht der (undifferenzierte) VW-Fahrer, wenn der Audi-Fahrer für “Vorsprung durch (Schummel-) Technik” (übrigens auch bei den 24 Stunden von LeMans bzw. der Deutschen Tourenwagen Masters 2015) herhalten muss? So haben Vorurteile ihre Berechtigung, denn durch Vereinfachung erleichtern sie uns das Leben.

Wer mich kennt weiß, dass ich seit 26 Jahren BMW fahre und mich bevorzugt auf der äusserst linken Autobahnspur aufhalte. Einige Fahrertraininigs haben bisher meine Überlebenschancen erhöht, aber der Adrenalinschub, den ich früher beim Fallschirmspringen (bei Nacht mit Gepäck) bekam, fehlt eben. Vielleicht hilft mir ein Porsche 911, mit dem muss man nicht schnell fahren 😉

Wir müssen uns um ein Korrektiv bemühen, das uns, bei passender Gelegenheit, offen, ehrlich und vielleicht sogar schonungslos Feedback gibt. Damit meine ich nicht die Punktekartei in Flensburg.

FreundInnen aus der Jugend können sehr hilfreich sein, wenn man keine zu tiefen Wunden aufreisst. Oder KollegInnen, die einen ähnlichen Reifegrad haben und nicht im unmittelbaren Wettbewerb zu uns stehen. Oder ein Coach, der uns bisher gar nicht kennt, und der uns mit anerkannten Methoden analysiert und nach vorne bringt. PartnerInnen eignen sich wohl auch, solange es gelingt, thematische und persönliche Betroffenheit auszublenden. Aber wann gelingt das?

Wenn meine Partnerin zu mir sagte (ein Konjunktiv, der hoffentlich nie eintritt), “Ich bin auf Distanz zu Dir”, dann wüsste ich Bescheid. Sie ist so etwas wie ein Aufsichtsratsvorsitzender für mich.

Bei mir steckt jedenfalls nicht Ferdinand Piech dahinter.

 

Car-Sharing einmal anders betrachtet

Teilen ist in. Die Zeitung, der Büroarbeitsplatz, das Pferd, (die Freundin?,) die Wohnung und selbstverständlich auch das Auto. Nicht das eigene – da sind wir eigen – nein das aus dem Pool. Am besten als Elektroauto mit Solardach, induktivem Laden, separaten Fahrspuren und kostenlosem Parkplatz. Das wäre doch mal eine echte Problemlösung, insbesondere für die Stadt.

carsharingcarsharing-anbieter.info
Was würde das dann kosten? Egal, so genau rechnen wir nicht, schließlich subventionieren die großen Autohersteller die kleinen Autos im Pool, noch.
Wir kennen Familien, die seit Jahren gute Erfahrungen mit Car-Sharing machen. Sie haben kein eigenes Auto und beherrschen die Tricks, wie man rechtzeitig sein Wunschauto reserviert, um abends nach Hause zu kommen, und morgens mit dem selben Smart wieder los. (Parken Sie den Wagen doch einfach in der verschlossenen Tiefgarage) Ist das wirklich smart?
Wenn wir davon ausgehen, dass ein Pool-Auto so wenig wie möglich stehen sollte, brauchen wir dafür – konsequent zu Ende gedacht – keinen Parkplatz. parking carsharing

Ist das realistisch? Derzeit wohl noch nicht, obwohl die Apps immer bessere Verknüpfungen ermöglichen. Irgendwann kommen die Autos selbstständig zu unserem Standort und fahren dann selbstständig zu unserem Ziel. Unterwegs nehmen wir einige Mitfahrer mit, die sich per App einbuchen und anteilig bezahlen. So kann man Freundschaften schließen (Car-Dating), möglicherweise als abendfüllendes Programm.
Ganz so weit sind wir noch nicht. Taxis kommen dem Ansatz schon nahe, myTaxi wird als App gut angenommen, einige ewig gestrige Taxifahrer versuchen noch, (sich) zu boykottieren. Warum sollen wir nicht auch im Taxi zusätzliche Mitfahrer aufnehmen, die auf “unserer” Strecke liegen und ihren Teil bezahlen (Taxi-Dating)? Wir könnten ja ein Suchprofil eingeben, wen wir gerne mitnähmen (“Beuteraster”). Allerdings sieht der Taxifahrer der Zukunft möglicherweise anders aus als heute. Ende letzten Jahres fuhr ich in Hamburg abends vom Flughafen zum Hotel. Ich dachte wirklich, Hennes sitzt hinten drin. Hennes, der Ziegenbock des 1. FC Köln (benannt nach dem legendären Fußballlehrer Hennes Weisweiler, nicht weil der so roch, sondern als Erinnerung). Nur mit Mühe gelang es mir, mich während der 20-minütigen Fahrt nicht zu übergeben, wobei das den Geruch im Taxi eher abgerundet hätte. Das kann mir allerdings mit einem Pool-Auto auch passieren, wenn vor mir ein Knoblauchfan, ein verschwitzter Jogger und ein Kettenraucher mit feuchtem Hund eineinhalb Stunden Skat im Wagen gespielt haben. (Beuteraster: “Suche Skatspieler für autonome Stadtrundfahrt, meine Frau nervt. Bier und Zigaretten bitte selbst mitbringen!”) Oder gehörte der Hund zum Jogger?

rauchender Hund
Jawohl ich gebe es zu: Ich favorisiere das Taxi, mit freundlichem Fahrer/in, sauber, gepflegt (Taxi und Fahrer), der mir beim Gepäckeinladen hilft, sich freundlich mit mir unterhält, wenn ich das möchte, das Fahrzeug (geruchs-) technisch in Schuss hält und mir kurzfristig per App oder Handy seine Dienste, oder die seiner Kollegen, anbieten kann.
Ich könnte mir vorstellen, dass derartige Taxis weniger parken als Pool-Autos. Und deshalb wirtschaftlicher und damit auch billiger sein können. Taxis dürfen meistens die Busspur nutzen, der Fahrer fährt sparsamer, weil er das Auto (und meistens auch die Strecke) besser kennt. Der Fahrer fühlt sich verantwortlich für Fahrzeug und Ladung (auch die Lebende).
Ist Taxi fahren das bessere Car-Sharing? Schreiben Sie uns und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Danke!

“Controlling einmal anders”

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Unter dem Motto “Controlling einmal anders” haben wir die 10. Controlling Competence Stuttgart (CCS) am 29. November 2012 in der IBM-Deutschland-Zentrale durchgeführt. Rainer Linse, der mittlerweile seine Anstecknadel für die 20-jährige Mitgliedschaft im Internationalen Controller Verein erhielt, organisierte und moderierte die Jubiläumsveranstaltung in seiner Eigenschaft als ICV-Delegierter Deutschland Süd (Baden-Württemberg und Bayern). “Self Controlling – Wie ich meine Ziele erreiche” war das Thema des Abschlussvortrags von Joey Kelly, das bewusst ausgewählt wurde, um Controller und “Sich-für Controlling-verantwortlich-Fühlende” darauf hinzuweisen, dass jeder Einzelne von uns den Anforderungen und Maßstäben gerecht werden sollte, die “Controller” so gerne bei anderen anlegen und “monitoren”. Joey Kelly demonstrierte eindrucksvoll, wo und wie wir den Kampf mit dem inneren Schweinehund aufnehmen können. Die über 175 Teilnehmer der Veranstaltung bewiesen, dass auch Controller über Begeisterungsfähigkeit und Selbstkritik verfügen können.

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Nach dem Grundsatz “Wenn`s am Schönsten ist, soll man aufhören” übergab Rainer Linse mit dem Dank an seine confidence-Partnerin Sabine Reuther und die treuen Mitglieder des ICV-Arbeitskreises Heilbronn-Künzelsau die Verantwortung für die nächste CCS am 28. November 2013 in die bewährten Hände des Hansgrohe-Teams unter der Leitung des CEO Siegfried Gänßlen, der auch ICV-Vorstandsvorsitzender ist.

15 Jahre “quer” denken

Fast hätten wir es vergessen: 15 Jahre gibt es confidence consult bereits, als GmbH, als Denkansatz schon etwas länger. “confidence” im Sinne von “Zuversicht” bzw. “Selbstvertrauen”.

Aber warum quer? Weil wir immer wieder versuchen, eine andere Perspektive einzunehmen. Nicht wie Til Schweiger, der bei seiner Verleihung des Querdenker-Preises 2011 lallte: “Glaubt an das, an was Ihr glaubt” (Medikamente und Rotwein waren Schuld). Unser Mehr-Wert besteht nicht darin, unsere Auftraggeber darin zu bestärken, etwas zu tun oder umzusetzen, was bereits entschieden ist (“Wes Brot ich ess`, des Lied ich sing”) sondern kritisch zu hinterfragen, ob die wahren Ursachen für Probleme bzw. Konflikte erkannt sind, und dadurch die angedachte Lösung auch nachhaltigen Erfolg versprechen kann.

Unserem confidence-Logo liegt ein Vier-Felder-Portfolio zu Grunde, die beiden Achsen beziehen sich auf die Fragen “Was halte ich für richtig/falsch” und “Was nutzt/schadet mir”. Und immer wieder stellen wir uns die Frage: “In welchem Feld stehen wir gerade?” Und dann kann es sein, dass wir ein Mandat zurückgeben oder erst gar nicht annehmen, weil wir das Gefühl bekommen, als Deckmantel verwendet zu werden. Das kostet zwar kurzfristig Umsatz, langfristig scheint es aber ein Erfolgsrezept zu sein. Wir sind dadurch glaubwürdiger, manche sagen auch authentisch, andere mögen uns vielleicht für unberechenbar oder undankbar halten.

An dieser Stelle bedanke ich mich vor allem bei meiner Partnerin

Sabine Reuther,

die mir vom ersten Tag an immer wieder konstruktiv Feedback gibt und mich in unserem Denkansatz bestärkt. Sie hat sich in den letzten 15 Jahren viel schneller und weiter entwickelt, als ich je kommen werde. Aber ich bemühe mich, Schritt zu halten, manchmal auch zu bremsen, durch “Entschleunigung” oder sogar Widerstand. Auch bei uns gibt es unterschiedliche Wahrnehmungen und Auffassungen, und es ist immer wieder spannend, scheinbare Widersprüche aufzulösen.

Ich hoffe sehr, dass wir es weitere 15 Jahre schaffen, Beruf und Privatleben so zu verknüpfen, dass wir nachhaltig erfolgreich bleiben. In diesem Sinne “Herzlichen Dank” auch an unsere Kunden, die uns teilweise schon über 15 Jahre (er-)tragen.

Dank auch an die aktiven Kolleginnen und Kollegen von confidence, insbesondere an Anja Katharina Gebauer, die uns seit über sechs Jahren die Treue hält. Und, last but not least, auch Dank an die ehemaligen confidence-Kolleginnen und Kollegen, die teilweise zu unseren Kunden gewechselt sind. Sie alle haben zu unserer Weiter-Entwicklung beigetragen.

Viele Grüße

Rainer Linse

Warum wir jetzt aus der Kernenergie aussteigen müssen

An dieser Stelle geht es nicht um technische Risiken, Erdbeben, um die Gefahr von Flugzeugabstürzen oder terroristischer Anschläge. Der Autor ist überzeugt, dass wir in Deutschland mit die sichersten Kernkraftwerke weltweit entwickelt haben und derzeit betreiben. Als Kaufmann sieht man auch die Renditen, die bereits abgeschriebene Anlagen noch für Jahre versprechen. Als Kunde und Staatsbürger frage ich mich allerdings, warum ein Energieversorgungsunternehmen (EVU) jährlich einen Milliardengewinn einfährt. Seit über zehn Jahren haben wir als Eigentümer und Nutzer einer Immobilie jedes Jahr unseren Stromverbrauch reduziert und jedes Folgejahr mussten wir trotzdem mehr bezahlen.

Mag sein, dass die Finanzierung der erneuerbaren Energien über Umlagen eine erhebliche Rolle spielen (bei der Photovoltaik ist man wohl mit über 7 Mrd. Euro Subventionen 2010 für anscheinend 2% Deckung des Gesamtstromverbrauchs über das Ziel hinausgeschossen). Entscheidend für mich ist, dass wir vermutlich einem Oligopol von vier EVUs ausgesetzt sind (e.on, EnBW, RWE und Vattenfall), die sich in ihrer Region quasi als Monopolisten verhalten (dürften). Es ist sicherlich kein Zufall, dass Bundestagsabgeordnete zusätzliche Arbeits- und Beraterverträge der großen EVUs in der Tasche hatten (Laurenz Mayer lässt grüßen). Auch Landräte, Bürgermeister und sonstige “Entscheider” bzw. “Wächter” wurden in der Vergangenheit immer wieder durch spezielle Events (z. B. Einladungen zu Fußball-Weltmeisterschaften oder “Städtereisen”) betreut bzw. bei Laune gehalten. Aber was hat das mit dem Ausstieg aus der Kernenergie zu tun?

Der Ausstieg aus dem Ausstieg der schwarz-gelben Bundesregierung musste dazu führen, dass jegliche Initiativen zu mehr Wettbewerb (technisch bzgl. erneuerbarer Energien, betriebs- und volkswirtschaftlich bzgl. Wettbewerb auf kommunaler und regionaler Ebene) erschwert wurden. Wie sollte ein Stadtwerk vernünftig in ein Biomassekraftwerk investieren, wenn “Atomstrom” so billig ist? Wie rechnen sich geplante Blockheizkraftwerke, wenn der Gesetzgeber ständig für Veränderung und damit Investitions-Unsicherheit sorgt? Warum wurde die Windenergie in Baden-Württemberg systematisch verhindert?

Der Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg bietet jetzt die Chance: Vernünftiger Wettbewerb in unserem Wirtschaftssystem auf lokaler und regionaler Ebene, meinetwegen auch darüber hinaus. Wenn einer meint, er müsse sein Elektroauto mit französischem Atomstrom laden, dann soll er das tun (dürfen). Das bedeutet aber auch, dass ein EVU wie die EnBW, das stark auf Kernenergie gesetzt hatte, sich in wenigen Jahren wieder zu einem Stadtwerk (zurück) entwickelt. Da helfen auch Offshore-Windparks in Ost- und Nordsee nicht wirklich weiter, denn der Strom müsste erstmal (weitgehend verlustfrei) nach Süddeutschland kommen. Der Börsenwert wird fallen, dem Land Baden-Württemberg hat der ehemalige Ministerpräsident Stefan Mappus durch die (eigenmächtige) Übernahme der Mehrheit einen weiteren Bärendienst erwiesen. Dafür hat er (noch) einen ruhenden Arbeitsvertrag beim Kraftwerksbauer SIEMENS.

Ich wünsche mir Mut und Ideen für innovative Energieversorgung, insbesondere bei Stadtwerken, Unternehmen und privaten Initiativen. Eine Konsequenz sähe ich allerdings auch: Die Strom-Netze sollten zurück in staatliche Hand. Diese Form der Infrastruktur muss den Wettbewerb erleichtern und nicht etwa erschweren. Außerdem könnten die Durchleitungsgebühren ähnlich einer intelligenten Sraßen-Maut nach Angebot und Nachfrage (Wochentag bzw. Tageszeit) gebildet werden. Die Finanzierung neuer Hochleistungsnetze (die Deutsche Energieagentur spricht von einem Investitionsbedarf von ca. 25 Mrd. Euro) ist eine nationale Aufgabe (des Staates). Leider sieht die EU in ihrer “Privatisierungswut” das bisher anders.

Wir bei confidence arbeiten seit vielen Jahren für Stadtwerke und ein großes EVU im europäischen Ausland, das ohne Kernenergie sehr erfolgreich ist. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, quer zu denken. Atomausstieg ja, aber eben anders begründet.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung, wir lernen gerne dazu.

 

“Oben bleiben!”

Neulich beim Mittagessen: Der Produktionsleiter eines langjährigen Kunden im Fränkischen fragte mich schmunzelnd in lockerer Runde am Tisch, ob ich wisse, wer in Deutschland das schönste Zweitliga-Stadion baue. Bis dahin hatten mir die Rouladen mit Rotkraut und Kartoffelpüree ganz ordentlich geschmeckt. Wollte er mich provozieren, weil er annahm, dass ich als gebürtiger Stuttgarter automatisch VfB-Fan sei? Er konnte nicht wissen, dass ich, sozusagen als “Spätberufener” erst seit wenigen Jahren Mitglied des VfB Stuttgart bin. Nicht aus Überzeugung, sondern weil  VfB-Präsident Erwin Staudt so nett Reklame gemacht hatte, bei seinem Vortrag anläßlich der Gründungsveranstaltung des Arbeitskreises Heilbronn-Künzelsau im Internationalen Controllerverein eV (ICV) im Dezember 2005. Titel damals: “Balanced Scorecard beim VfB Stuttgart”. Mitte der 70-er Jahre war ich tatsächlich regelmäßig im damaligen “Neckarstadion”, allerdings als Ordner, um mir ein Paar Mark Spritgeld für meine Maico zu verdienen. Und wenn ich Glück hatte, konnte ich sogar das Spiel oder zumindest die zweite Halbzeit anschauen, wenn ich Pech hatte, musste ich irgendwelche Eingänge sichern ohne Sichtkontakt. Das war dann wie Radio, nur lauter.

Zurück zum Poduktionsleiter: Was wäre so schlimm am Abstieg in die zweite Liga? Der Club (der Nürnberger Würstchen) hat es schließlich mehrfach vorgemacht: Die Fan-Gemeinde ist umso treuer, je mehr Emotionen im Spiel sind, egal ob Jubel oder Trauer. Und zur Zeit hat der Club einen Lauf. Das freut mich. Wie sagte schon Heribert Fassbender seinerzeit in der Sportschau: “Man muss auch jönne könne!

Und da ich die Frage des Produktionsleiter “mit dem Beziehungsohr” gehört hatte, war mir sofort klar, dass er mir damit seine Solidarität und Unterstützung erklärt hatte. Deshalb machen wir an Samstagen, an denen der Club ein Heimspiel hat, keine Seminare oder Workshops für “seine” Firma. Und das gemeinsame Mittagessen schmeckt mir weiterhin.

Sorgen mache ich mir, weil das Motto der Überschrift für etwas ganz anderes steht: Der Stuttgarter Hauptbahnhof soll oben bleiben. Endlich hatten wir in Stuttgart ein Thema, um täglich im Fernsehen präsent zu sein. Planfeststellungsverfahren hin oder her: Gelebte Demokratie in der Stuttgarter Metropole: Pfefferspray und Parkschützer, Wutbürger und Wasserwerfer, Widerstand und Kunst am Bau(zaun).

Jetzt wurde ich neugierig. Ich informierte mich, teilweise konnte ich die Schlichtungsverhandlungen mit Heiner Geißler im Fernsehen verfolgen.

Was steckt dahinter?

Aus Sicht der Stadt Stuttgart handelt es sich bei Stuttgart 21 um ein Immobilienprojekt. Es geht um Flächen, und damit eben auch um viel Geld. Und die Gegend um den Nordbahnhof war schon immer unschön. Aber so viel Geld für Stadtentwicklung? Warum nicht, wir müssen ja nur einen Bruchteil selbst bezahlen.

Aus Sicht des Bundeslandes Baden-Württemberg sieht es ähnlich aus: Viel Prestige für (vermeintlich wenig) eigenes Geld.

Aus Sicht des Bundes: Egal, die sollen nur machen im Südwesten, dann sind sie beschäftigt und machen weniger Ärger in Berlin.

Aus Sicht der Bundesbahn: (Zu) Viel Geld für ein einzelnes Projekt, es gibt schließlich andere Engpässe in Deutschland.

Verkehrspolitisch soll Stuttgart 21 einen Engpass beseitigen, den es gar nicht gibt. Im Gegenteil: Ohne (teure) Nachbesserungen, die erst in den Schlichtungsverhandlungen publik wurden, entstünden Engpässe, die wir heute nicht haben. Woher sollen wir das wissen?

Wir bei confidence haben gelernt, dass man (Groß-) Projekte sauber plant, rechnet, strukturiert und in definierten Phasen durchführt. Wir starten mit der Analysephase (Wo sind die wirklichen Engpässe?), machen uns in der Konzeptionsphase Gedanken über einen SOLL-Zustand, den wir (eventuell auf unterschiedlichen Wegen) erreichen können. Dann kommt die Testphase (im Sinne eines Modells/Simulation/Stresstest), bevor man mit der Umsetzung (oder dem Bau) beginnt.

Die Stuttgarter scheinen eine andere Vorgehensweise zu haben: Man plant, man rechnet schön, man strukturiert mit einem verdrehten Phasenmodell. Erst mal Tatsachen schaffen (Abriss Nordflügel, Bäume verpflanzen, Bürger nassspritzen etc.), dann aus der “Schlichtungsrunde” notgedrungen einen Stresstest (im stillen Kämmerlein) durchführen lassen und dann mit den nun erkannten Änderungen bzw. Ergänzungen und daraus resultierenden (Mehr-) Kosten weiterbauen. Man muss nicht studiert haben um zu erkennen, dass die geplanten Kosten zu niedrig angesetzt sind. Das hat Methode, denn nur so bekommt man Großprojekte in Deutschland durch. Wenn die Hälfte schon mal abgerissen oder vergraben ist, gibt es kein zurück, egal was es kostet. (Noch “eleganter” erleben wir derzeit den Bau der “Elb-Philharmonie” in Hamburg)

Wo ist die Alternative? Respekt, was in den Schlichtungsverhandlungen unter professioneller Moderation Heiner Geißlers innerhalb kurzer Zeit von den Stuttgart21-Gegnern entwickelt und plausibel präsentiert wurde. Mittlerweile weitgehend bekannt unter dem Titel K21. “K” für Kopfbahnhof. Leider werden die Ergebnisse dieser Schlichtung kleingeredet, teilweise sogar ignoriert.

Wie sind die Ausstiegs-Szenarien bzw. Ausstiegsgründe?

Stadt Stuttgart: Als größter Nutznießer plant man keinen Ausstieg, es sei denn, die (Mehr-) Kosten sind zu hoch und kein anderer bezahlt, dann eventuell K21.

Baden-Württemberg: Die (Mehr-) Kosten sind zu hoch und kein anderer bezahlt.

Bund: Die (Mehr-) Kosten sind zu hoch und kein anderer bezahlt.

Bundesbahn: Die (Mehr-) Kosten sind zu hoch und kein anderer bezahlt.

Woher kommen die Informationen über die erforderlichen (Mehr-) Kosten? Aus dem Stresstest.

Wann kommen die Informationen aus dem Stresstest? Voraussichtlich nach der Landtagswahl.

Dadurch wird die Landtagswahl auch eine Abstimmung für oder gegen Stuttgart 21. Das hatte man eigentlich vermeiden wollen. Um oben zu bleiben, in der Parteienlandschaft.

Der Ministerpräsident des Landes spürt, dass er sich möglicherweise “verzockt” hat. Er ist dünnhäutig geworden, der Stuttgarter Oberbürgermeister hat das schon zu spüren bekommen. Dabei müssten beide eigentlich (nicht nur wegen des Parteibuchs) gemeinsam in die gleiche Richtung ziehen oder schieben. Nach oben!

Was braucht Baden-Württemberg?

Wir brauchen weder schwarz-gelb, noch rot(-rot)-grün. Wir brauchen einen neuen Ministerpräsidenten, der schwarz-grün die Probleme des Landes in vernünftigen Kompromissen löst. Der ehemalige Ministerpräsident Günther Oettinger war nach der letzten Landtagswahl schon einmal kurz davor, dann wurde er “zurückgepfiffen”. Vom damaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden Stefan Mappus. Das hat er jetzt davon. Wer sich vor der Wahl systematisch alle anderen Optionenverbaut” (außer schwarz-gelb), der braucht nach der Wahl einen Rettungsfallschirm: Mappus hat noch einen Arbeitsvertrag bei Siemens, der derzeit ruht!

Querdenker behaupten, man könne für eine Legislaturperiode als Landesregierung auch das Stockacher Narrengericht einsetzen. Das hat gerade den ehemaligen Außenminister Frank minus Walter Steinmeier verurteilt. Die Wirtschaftskraft des Landes Baden-Württemberg wird jede Landesregierung überleben, warum also nicht experimentieren? Das ist mein persönliches Ausstiegsszenario. Ich habe übrigens Briefwahl beantragt, weil ich mich am Wahlsonntag außerhalb meines Wahlkreises aufhalten muss. Bei einer ganztägigen Wahlparty im Badischen. Die hatten schon immer eine kritische Distanz zur Landeshauptstadt.

 

 

Dr. No aus dem Verteidigungsministerium (suspendiert)

Die Nachricht hat überrascht: KTG lässt seinen Doktortitel ruhen. Geht das überhaupt?

Wer so viele Vornamen hat und von Adel ist, der braucht keinen Doktor. Wer Dieter heißt und geschickt abkürzt, der hat einen.

Der beliebteste Politiker in Deutschland stellt sich selbst in Frage. Seine (finanzielle) Unabhängigkeit und sein Streben nach Wahrheit und Klarheit, gepaart mit perfekter Inszenierung in den Medien, ließen ihn zum Hoffnungsträger der Nation mit Profil zum (über) nächsten Bundeskanzler werden. Alles vorbei: No Go!

Versuch einer Bilanz, kein Nachruf:

Anerkennung als Wirtschaftsminister, weil er der Opel-Sanierung durch den Staat nicht so einfach zustimmen wollte. Konnte sich zwar nicht durchsetzen, wurde aber durch die Medien für seine Zivilcourage gelobt.

Antritt als Verteidigungsminister schneidig und entscheidungsstark, Offiziere und Beamte, insbesondere im Verteidigungsministerium, horchten auf: Von jetzt an konnte es jeden treffen, Staatssekretäre, Generalinspekteure, Kommandanten von Segelschulschiffen, keiner war mehr sicher, ob er ausreichend gehört wurde, bevor der Minister (in enger gedanklicher Abstimmung mit BILD), quasi über Nacht, suspendierte, abberief oder entließ. Wahrheit und Klarheit sieht anders aus.

So richtig nachdenklich wurde ich, als er die Wehrpflicht quasi im Alleingang aussetzte, oder besser gesagt abschaffte. Die Wehrpflicht war der Grund, dass immer wieder intelligenter und verantwortungsvoller Nachwuchs in der Bundeswehr entwickelt werden konnte. Mit dem, was von den Freiwilligenannahmestellen an Nachwuchs kam und kommen wird, lässt sich das Prinzip des Staatsbürgers in Uniform nur schwerlich umsetzen. Dass man zukünftig auch in Deutschland lebende Ausländer akquirieren möchte, stimmt mich nicht zuversichtlicher: Der Weg zur “Söldnerarmee” mit allen Konsequenzen ist absehbar.

Die Bundeswehrreform stockt, von den selbstgesteckten Einsparzielen scheint er sich, sehr zum Leidwesen des Finanzministers, zu distanzieren.  Wie abgehoben der Minister war, konnte man am ambitionierten Zeitplan zum Ende der Wehrpflicht erkennen: Ohne Not ein halbes Jahr zu früh, mit unrealistischem Einsparpotenzial, wird das Vorhaben durchgepeitscht, egal was es kostet.

Adlige waren früher häufig in der (Reserve-) Offizierlaufbahn (mit Reitpeitsche) anzutreffen, bei ihm hat es nur zur Unteroffzierlaufbahn gereicht. Ist das ein Trauma? (Minister kann man trotzdem werden, wie auch das Beispiel von Dirk Niebel zeigt, dem das Kunsttstück gelang , nach dem Fallschirmsprung auf dem “Sanitätsauto” zu landen. Ich war damals Kompaniechef in derselben Luftlandebrigade wie Feldwebel Niebel.)

Die Zusammenarbeit mit ausgewählten Medien und Journalisten, die nahezu perfekte Inszenierung einschließlich seiner (auch im “Enthüllungsjournalismus”) engagierten Frau, waren die Basis für hohe Beliebtheitswerte in der Bevölkerung. Kamera(dschaft)  mit Kerner in Afghanistan. Endlich hatten auch wir in Deutschland so etwas wie  “Royals”, nur eben hübscher und schneidiger.

So kann man sich unbeliebt machen, in der eigenen Partei, im Kabinett, in der Bundeswehr, im eigenen Ministerium und nicht zuletzt, in den Medien. Mißachtung der Bundespressekonferenz, stattdessen zeitgleich eine abgelesene Erklärung im Ministerium vor einem kleinen Kreis ausgewählter Journalisten. Dennoch verhaspelt, zwar nicht live, aber eben aufgezeichnet und schon mehrfach gesendet. Und wer etwas von Körpersprache versteht, der weiß, dass man daran Lügen bzw. Lügner erkennen und entlarven kann.

Wahrheit und Klarheit, diesen Anspruch hatte er, daran muss er sich messen lassen.

Wir wünschen dem Verteidigungsminister Alles Gute für die Zukunft – bei der Verwaltung seines Familienvermögens.

Zukünftig müssen wir uns eben wieder die Meinung von Dr. Bohlen, Verzeihung Dieter Bohlen, sagen lassen. Der ist auch finanziell unabhängig, aber hat sein Vermögen selbst aufgebaut. Er versteht auch etwas von Inszenierung, und er kann es sich leisten, ehrlich zu sein. DEUTSCHLAND SUCHT DEN SUPERMINISTER (Der Nockherberg lässt grüßen!)

Persönliches Auftreten und Rhetorik können Sie bei uns lernen, wir coachen Sie und entwickeln Sie weiter. Kommunikation nach innen (im Unternehmen) und nach außen sind Schlüsselthemen, die bei uns zunehmend nachgefragt werden. Persönlichkeit mit Ecken und Kanten schafft Glaubwürdigkeit und Akzeptanz, wir müssen nicht von allen geliebt oder (wieder) gewählt werden.

Warum heizen wir (nicht) mit Strom (über die Autobahn)?

Der Elektro-Gipfel der Bundesskanzlerin sollte der deutsche Startschuss zum weltweiten Leitmarkt für die Elektromobilität werden und war hochkarätig besetzt:

Angela Merkel hatte Martin Winterkorn (VW Konzernchef), Henning Kagermann (Ex-SAP-Chef), Peter Ramsauer (Bundesverkehrsminister), Annette Schavan (Bundesforschungsministerin), Ursula Heinen-Esser (parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium), Hans-Peter Keitel (Bundesverband der Deutschen Industrie), Berthold Huber (IG Metall) und weitere 24 Industriebosse geladen.

Das Ziel: Mindestens eine Million Elektroautos fahren 2020 auf Deutschlands Straßen. Das klingt nicht sonderlich anspruchsvoll, bei über 45 Millionen Pkws in Deutschland derzeit.

Die Vision: Die deutsche Autoindustrie soll in Zukunft bei der Elektromobilität eine ähnliche Führungsrolle wie heute bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren sicherstellen. Das kann gelingen, aber um welchen Preis? Alle fordern finanzielle Anreize, die zunächst vorgesehenen 615 Mio. Euro für Forschung/Entwicklung und Infrastruktur in den nächsten fünf Jahren seien zu wenig, Kaufanreize im internationalen Vergleich zu gering.

Wir bei confidence consult nutzen einen Heizöltank mit 13.000 Litern Fassungsvermögen, für Büro und Haus. Damit könnten wir theoretisch, rein rechnerisch, bei einem Durchschnittsverbrauch von 6,5 Litern Diesel (nicht Heizöl) auf 100 Kilometer exakt 200.000 Kilometer weit fahren, also vermutlich über 10 Jahre mit dem selben Auto oder noch weiter mit dessen sparsameren Nachfolgern.

Und mit was heizen wir dann Büro und Haus? Mit Strom, der umweltfreundlich aus regenerativen Energien hergestellt und von den Stromversorgern über bestehende Leitungen ins Haus geliefert wird. In Frankreich ist das übrigens weit verbreitet, denn dort haben sie „billigen“ Atomstrom und brauchen deshalb keine Heizungsanlagen im Haus. Oder machen uns die Energieversorger etwas vor, weil sie soviel regenerative Energie (wie für Elektro-Autos benötigt) gar nicht zur Verfügung stellen können?

Zugegeben: Ein Ingenieur bin ich nicht, aber vielleicht verfüge ich über gesunden Menschenverstand?

Wir haben in Benzin, Diesel, “Biosprit” und Gas flüssige Energieträger bzw. Energiespeicher, die sich ideal zur Mobilität eignen. Den verwenden wir für die stationäre Heizung. Dafür bauen wir zukünftig Autos, die einen Elektromotor und schwergewichtige Akkus bewegen müssen. Geladen werden die Akkus idealerweise aus regenerativen Energien und Ladestationen unserer Stromversorger bzw. über unsere Solaranlage auf dem Dach. Iss klar.

So werden wir Innovationsstandort und können uns nach dem o. a. Gipfel mit sieben Arbeitsgruppen profilieren: Antriebstechnologie, Batterietechnologie, Ladeinfrastruktur, Standardisierung, Materialien, Qualifizierung und Rahmenbedingungen.

Die Bundeskanzlerin will in spätestens einem Jahr von jeder Arbeitsgruppe Ergebnisse sehen, Henning Kagermann wird zum Leiter „Nationale Plattform E-Mobilität“ ernannt.

Mein Gefühl sagt mir, hier wird ein ganz großes (Hamster-) Rad gedreht, mein Verstand sagt mir, dass der Verbrennungsmotor noch lange nicht am Ende ist. Experten trauen ihm eine weitere Verbrauchsreduzierung von bis zu 30% zu, weitere Einsparungen durch Reifen, Abkopplung von Aggregaten, Bremsenergierückgewinnung, Leichtbau etc. noch nicht eingerechnet, denn sie wirkten sich auch beim Elektroauto aus.

Natürlich ist Erdöl irgendwann endlich, aber am Ende des Tages werden (flüssige) Bio- bzw. synthetische Kraftstoffe aus regenerativen Energien mit sparsamen Verbrennungsmotoren eine wichtige Rolle spielen und nicht fahrbare Waschmaschinen oder Hybrid-SUVs, auch wenn sie so aussehen, mit über 300 kg schweren Batteriespeichern, deren Herstellung mehr Energie verbraucht, als sie je einsparen können. Als Mittel zur persönlichen Differenzierung bzw. Profilierung mag das lautlose Elektro-Auto mit künstlich erzeugtem V8-Sound überzeugen, ökonomisch und ökologisch wird es auf wenige Anwendungen (z. B. im Stadtverkehr) reduziert bleiben.

Volkswirtschaftlich geboten ist der intelligente und damit sparsame Einsatz von Ressourcen wie Erdöl, Erdgas, Regenerative Energiequellen, aber auch Geld und Manpower. Sparen sollten wir allerdings nicht an Hirnschmalz, auch nicht zum Querdenken.

Ich lasse mich aber gerne von Ingenieuren oder anderen Menschen mit gesundem Menschenverstand überzeugen. Mailen Sie uns Ihre Meinung, wir bei confidence denken eben quer und sind auch dadurch bisher ganz gut gefahren.

Das altersgemischte Team (der Formel 1)

Bald werden sie wieder im Kreis um die Wette fahren. Der junge Wilde, der neue Alte und der Newcomer, der Geld mitbringen muss, anstatt es zu bekommen.

Die Welt ändert sich. Der Jugendwahn bekommt (vielleicht) einen Dämpfer. Wenn es gelingt, dass ein 41-Jähriger „Alter“ im schnelllebigen Formel 1 Zirkus dem 24-Jährigen „Jungen“ zeigt, wie man die (Fahr-) Maschine optimal einstellt, mit welchem Strich man die (Runden-) Zeit verringert und mit welcher Taktik man sich eine (Nacht-) Schicht bzw. ein Rennen einteilt, dann hält der Junge dem Alten dafür den Rücken frei. Soweit die Theorie.

Das kann funktionieren. Wenn der Teamgeist stimmt. Damit ist nicht Mercedes-Sportchef Norbert Haug gemeint, sondern das Zusammengehörigkeitsgefühl, das letztes Jahr beim Team BrawnGP mit dazu geführt hat, dass sowohl die Fahrer- als auch die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewonnen wurden. Dieses Team heißt jetzt MercedesGP und gehört zu 45,1% Daimler, zu 30% Aabar Abu Dhabi und zu 24,9% Ross Brawn.

Wie entsteht Teamgeist?

Ross Brawn, der geniale Stratege und Organisator, der kongenial mit Michael Schumacher sowohl bei Benetton (mit unterlegenem Material) als auch bei Ferrari (mit anfangs desolater Organisation) für die sieben Fahrer-Weltmeisterschaften Schumachers mitverantwortlich ist, hat letztes Jahr innerhalb kürzester Zeit aus dem ehemaligen Honda-Team mit Mercedes-Motoren ein Team geformt. Davor hatte er das Reglement studiert und eine (spielentscheidende) Lücke bezüglich der Aerodynamik gefunden und genutzt (“Doppel-Diffusor”).

Wir haben uns vor knapp drei Jahren an dieser Stelle über den „Teamgeist“ des damaligen McLaren-Mercedes-Teams ausgelassen („Das nahe Ende …“), der geprägt war von internem Wettbewerb und vielfältigen Konfliktumleitungen. Erst nach diversen Skandalen und der „Entmachtung“ des damaligen Teamchefs Ron Dennis kam 2008 der Erfolg. Er ist jetzt wieder da, Ron Dennis, mit McLaren und Mercedes-Motoren (weil der Vertrag noch läuft). Und seine beiden Fahrer sind die Weltmeister von 2008 (Lewis Hamilton) und 2009 (Jenson Button). Und wenn ein McLaren-Mercedes gewinnt wird die Presse schreiben „Mercedes besiegt sich selbst“, wenn sie hinterher fahren wird es heißen, „Mercedes liefert McLaren schwächere Motoren“. Auch das ist (Negativ-) Marketing.

Ross Brawn wird auch dieses Jahr versuchen, den Teamgeist im neuen (Daimler-) Umfeld zu stärken. Der 41-jährige Michael Schuhmacher wird dem 24-jährigen Nico Rosberg helfen. Aber im Rennen wird das Ego wieder durchkommen. Außerdem lebt Schumacher extrem gefährlich: Viele werden sich mit dem Rekord-Weltmeister messen wollen, Crashs sind vorprogrammiert. Hoffentlich helfen seine Erfahrung und sein Instinkt. Rosberg ist gut beraten, wenn er sich zunächst zurückhält (also die Nummer 2 im Team bei der Weiterentwicklung der Autos spielt).

Als 51-Jähriger (Autor) freut man sich darauf, wenn sich Erfahrung und Instinkt gepaart mit Kreativität und Fitness durchsetzen. Erfahrung habe ich, kreativ, fit und mit Instinkt ausgestattet sind die anderen (in unserem confidence-Team), aber Spaß beiseite: Die Mischung machts.

Wir helfen Ihnen bei der Zusammensetzung Ihrer Teams, verbinden die Erfahrung der Älteren mit den Potentialen der Jüngeren zu einer Teamleistung, die überdurchschnittlich und weitgehend stabil ist. Wir brauchen keine Weltmeister für ein Jahr, die danach verbraucht oder sogar kaputt sind. Auch wenn Burn-out salonfähig zu werden scheint.

Wir begleiten Kunden seit mittlerweile über 20 Jahren und kennen die Möglichkeiten und Grenzen von Teamentwicklungen. „Altersgemischte Teams“ sind ein Schlüssel, erst recht in einer alternden Gesellschaft.

Und wer wird Formel 1-Weltmeister 2010?

Der 22-jährige Sebastian Vettel im Red Bull. Die hatten schon im Vorjahr das schnellste Auto (Ex-Mercedes Konstrukteur Adrian Newey) und im Team ist Vettel klare Nummer 1. Schade, warum gerade mit dieser „Doping-Brause“? (Siehe dazu auch unseren Artikel “Wir dopen alle …”)

Controlling Competence 2009

Bereits zum zweiten Mal moderierte Rainer Linse die Controlling Competence Stuttgart (CCS). Im neuen IBM Forum in Ehningen trafen sich fast 100 Controller auf Einladung des Internationalen Controller Vereins (ICV) zur Regionaltagung am 19. November 2009. Gerhard Stratthaus, Ex-Finanzminister von Baden-Württemberg und Mitglied des Leitungsausschusses des SoFFin, hielt den Eröffnungsvortrag mit dem Titel: “Finanzkrise – Wirtschaftskrise – Gesellschaftskrise”.

“Restrukturierung” war das Thema von Rainer Hribar, CEO der VBH Holding AG. Er stellte das Sanierungsprojekt mit systematischer Vorgehensweise, betriebswirtschaftlicher Untermauerung und mit wertvollen Hinweisen zu Kommunikation und Führung vor.

Der Zusammenhang zwischen Innovation und Controlling war Thema von Professor Dieter Spath, Leiter des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO). Er zeigte eindrucksvoll, wo die Reise technisch hingehen kann, wenn Ingenieur und Controller Hand in Hand arbeiten.

Herr Linse, hier gemeinsam mit Siegfried Gänßlen, CEO Hansgrohe AG und Vorstandsvorsitzender des ICV,

gründete 2005 den ICV-Arbeitskreis Heilbronn-Künzelsau und übergab ihn, wie geplant, 2015 nach 20 Tagungen an seinen damaligen Stellvertreter, Fritz Häussermann. 2007 wurde er von den anderen Arbeitskreisleitern zum stellvertretenden Delegierten Deutschland Süd (Baden-Württemberg/Bayern) , 2010 zum Delegierten Deutschland Süd gewählt. Nach Diskussionen mit dem ICV-Vorstand bzgl. der Erhöhung des Mitgliedsbeitrages im Vorfeld und bei der ICV-Mitgliederversammlung 2017 trennten sich die Wege.