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“Pferde wechseln” / “Stufen” bei Hermann Hesse

Einiges hat sich schon geändert, z. B. fahre ich mittlerweile McLaren MP 650S GT3. Mit dem BMW Z4 GT3 schien eine Grenze für mich erreicht, bei 7:20 min auf der Nürburgring Nordschleife . Also habe ich die Pferde gewechselt. Mit dem McLaren komme ich jetzt auf 7:05 min, Ziel bis zum Jahresende sind 7:00 min glatt. Mittlerweile sind es ca. 540 Nordschleifen-Runden Erfahrung (durchschnittlich 3 Runden pro Büro-Tag als schnelles Rennen), alle bei Tageslicht und schönem Wetter, mit Assetto Corsa (Das ist kein Renn-Coach oder italienischer Weinessig sondern eine Software zur Race-Simulation für PCs). Meine selbstgewählten “Mitstreiter” sind ein AMG GT3 und eine Corvette ZR 7 GT3. Alle mit ca. 550 Pferdestärken laut GT3-Reglement. So ein schnelles Rennen dauert dann insgesamt ca. 21:30 min – bei voller Konzentration –  und stellt eine ideale Pause / Konzentrationsübung / Ablenkung vom “Büro-Alltag” dar. Und viel gesünder als Zigarettenpausen ist es allemal.

Im übertragenen Sinn habe ich noch ein anderes Pferd gewechselt:

Mein bester Freund Gerold hatte mir ein youtube-link zu Kinga Glyk geschickt, einer virtuosen polnischen E-Bass-Spielerin.

https://www.youtube.com/watch?v=S2QmtENFh2Y

Das hat mich so gepusht, dass ich mir spontan bei Richy, dem Musikinstrumentespezialist in Freiberg am Neckar, einen E-Bass samt Verstärker gekauft habe. Bei seiner Musikschule bin ich ab sofort aktiv. Mein erstes Übungsstück ist ROXANNE von The Police/Sting.

Vom Cello zum E-Bass. Eine neue Erfahrung, als Anfänger mit sechzig, auf der Musikschule. So zieht Demut ein.

Herrmann Hesse hat mich seit frühester Jugend begleitet. Er beschreibt eindringlich in seinem Gedicht “Stufen” die Notwendigkeit zur – und die Chancen für – Veränderung. Es bleibt allerdings jedem selbst überlassen, die Zeichen der Zeit rechtzeitig zu erkennen, sich zu (ver-) ändern, bevor man verändert wird. Bei mir wird jedenfalls nicht auf dem Grabstein stehen “former CEO of hanswas”, if you know what i mean 😉

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!

 

 

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