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Was ist mit dem 2-Liter-Auto?

CO 2 hin oder her, wir beurteilen die Effizienz („Die Dinge richtig tun“) eines Autos nach seinem Verbrauch. Und der hängt von vielen Faktoren ab: Gewicht, Aerodynamik, Größe, Motorleistung, Art des Antriebs etc., Einsatzzweck und nicht zuletzt vom Fahrer.

Was halten Sie von der Forderung: In Zukunft kein Auto mit mehr als 2 Liter?

Verbrauch oder was? Nein, das ist auf absehbare Zeit unter Berücksichtigung der Sicherheitsstandards nicht zu leisten. Was dann? Größe, genauer gesagt Hubraumgröße. 2.000 ccm, als Obergrenze, und das geht dann vermutlich mit den zunächst vorgesehenen 140-160 g/km CO 2-Ausstoß auf.

Schauen wir uns an, was ein moderner 2-Liter-Motor mit nur 4 Zylindern, Direkteinspritzung und (Bi-) Turbo-Aufladung schon heute zustande bringt:

als Benziner mit ca. 270 PS und 350 Nm Drehmoment (VW bzw. Audi)

als Diesel mit ca. 200 PS und 450 Nm Drehmoment (Mercedes bzw. BMW)

Das sind Werte, für die wir noch bis vor Kurzem 8- oder zumindest 6-Zylinder-Motoren mit 2.500 bis 4.000 ccm Hubraum brauchten. Die brauchen wir jetzt nicht mehr!

Wer baut eigentlich diese großen Motoren?

Amerikaner, nein, die haben noch größere 5,7-Liter „Small Block“ V8-Benzinmotoren, „unkaputtbar“ und dadurch auch irgendwie effizient.

Es sind vor allem die deutschen “Premium-Hersteller”, die mit V6- und BMW auch mit Reihen-6-Zylinder-Motoren hervorragende Autos bestücken. Diese Motoren sind (für ihre Größe) auch schon sehr effizient, aber brauchen wir sie wirklich?

Wer kauft bzw. least solche Autos (noch)?

Firmen, für Ihre Führungskräfte. Und alle weiteren Kosten übernimmt die Firma ebenfalls, oder besser gesagt, lassen sich von der Steuer absetzen. Die Fuhrparkmanager der Firmen werden wohl innerhalb der nächsten zwei Jahre auf maximal 2-Liter-Motoren umsteigen (lassen).

Was bedeutet das für die deutschen Premium-Hersteller?

In welche Richtung müssen wir unseren technischen und technologischen Vorsprung weiterentwickeln? Was bedeutet zukünftig “premium”?

Die effizienteren, kleineren Motoren haben wir bereits.

Abspecken ist angesagt.

Runter mit dem Gewicht: Etwas kleinere Autos. Intelligenter (und bezahlbarer) Leichtbau. Was machen wir derzeit? Wir suchen unser Heil in Hybrid-Autos mit 250 kg Zusatzgewicht für den Elektromotor und insbesondere für Batterien. Nichts gegen Bremsenergie-Rückgewinnung. Aber Elektro-Autos werden die nächsten fünf Jahre Nischenlösungen bleiben. Und wer sich wirklich Gedanken macht, wie der Strom dafür produziert und gespeichert werden soll, kommt leicht ins Grübeln.

Runter mit den Kosten:

Bei der Entwicklung: Weniger Gimmicks (unnötige Extras), weniger Doppelarbeit, mehr Standards, engere Zusammenarbeit mit Lieferanten und Dienstleistern, mehr Kooperationen zwischen den (Premium-) Herstellern.

Hybrid wird schon deshalb nur eine Übergangslösung sein, weil hier, wie der Name schon sagt, “doppelt gemoppelt” wird. Und das kostet zwangsläufig extra.

In der Produktion: Relativ wenig Einsparpotential isoliert betrachtet (bereits in der Vergangenheit erfolgreich bearbeitet), durch engere Verbindung mit Konstruktion/Entwicklung wird erhebliches Einsparpotential darstellbar. Mercedes-Entwicklungsvorstand Thomas Weber sagt, für die neue E-Klasse konnten Produktionskosten im zweistelligen Prozentbereich eingespart werden (Auto Bild vom 16.01.2009, S. 39). Angeblich soll die neue Baureihe 25 Prozent günstiger herzustellen sein als der Vorgänger.

Ideenmanagement, Innovationsmanagement, Einbindung der Mitarbeiter insbesondere durch den KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) bleiben weiterhin wichtig, Prozess-Optimierung mit effizientem Projekt-Management bleibt aktuell.

Runter mit den Preisen:

Nicht auf Kosten des Handels, sondern als Konsequenz aus der Kostenreduzierung. VW hat beim Thema Kosten und Preise schon erstaunliche Fortschritte gemacht.

Wo geht die Reise hin?

Auf mittlere Sicht werden deutsche Autos wieder etwas kleiner, leichter und noch sparsamer werden. Was unterscheidet uns dann von den anderen Europäern bzw. Japanern und Koreanern?

Neben dem geringeren Verbrauch hoffentlich die Sicherheit und die Qualität, auch im Service. Beides wichtige Kriterien für „Premium-Marken“ und premium wollen wir schließlich sein, auch als Fahrer.

Mitentscheidende Faktoren sind Design bzw. Image: Auch Männer geben mittlerweile zu, dass diese beiden Kriterien häufig kaufentscheidend sind. Mit ein Grund, warum Audi, neben dem Image “Vorsprung durch Technik” auch durch sein aggressives Design so erfolgreich wurde. Nachdem sich Christopher Bangle nun endlich von BMW verabschiedet hat, bleibt die Hoffnung, dass BMW wieder sportliche und schöne Autos baut, bei denen neben der “Freude am Fahren” auch die “Freude am Anschauen” wiederkehrt.

Welches Image hat Mercedes, nachdem Qualitätsprobleme und Elektronikschwächen, insbesondere bei der E-Klasse, überwunden scheinen? Oder fängt mit dem neuen Modell wieder alles von vorne an?

Zum Thema kleinere Motoren noch ein Ausflug in den Motorsport:

Die WTCC (World Touring Car Championship) fährt schon seit Jahren mit 2-Liter-Autos z. B. Alfa Romeo, BMW, Chevrolet und Honda mit Benzinmotoren (reglementbedingt noch) ohne Aufladung, Seat mit Turbo(-Diesel) wurde 2008 Meister. In den anderen internationalen Rennserien werden die Hubräume ebenfalls schrumpfen: Wo heute noch 6-Liter V12-Motoren dominieren, werden schon in wenigen Jahren 2-Liter Vierzylinder turbo eingreifen, anscheinend sogar in der Formel 1 (2013?). Das lässt auch dort drastische Kostensenkungen erwarten.

Mal sehen, wie lange in der rein deutschen DTM ( „Deutsche Tourenwagen Masters“) mit nur zwei Herstellern (Audi und Mercedes) noch (mit 4-Liter V8-Motoren) gefahren wird.

Hier ist Effektivität gefragt: Machen wir (noch) die richtigen Dinge? Das stellt die gesamte DTM als Serie in Frage.

Effektivität und Effizienz

confidence kann Ihnen helfen, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Wir helfen Ihnen, effizienter zu werden, z. B. durch schlankere Prozesse (Abläufe), besonders in der Verwaltung („Lean Administration“), aber auch durch gezielte Teamentwicklung.

Wir helfen Ihnen, Ihr Geschäftsmodell immer wieder in Frage zu stellen (Machen Sie noch die richtigen Dinge?), manchmal eben auch durch Querdenken bzw. Querstellen.

Und wir erwarten von Ihnen, dass Sie uns immer wieder neu herausfordern. Nur so kommen wir gemeinsam weiter.

Apropos Herausforderung: Die „Abwrack-Prämie“ für Altautos ist nicht wirklich effektiv, denn allein für den Bau eines neuen Autos fallen ca. 30% des Gesamtenergieverbrauchs an. (Endlich ein Grund, den zehn Jahre alten 4,4-Liter V8 noch länger zu fahren)

Durch 19% Mehrwertsteuer hat der Staat bei jedem Auto über € 13.000,- Kaufpreis die Prämie komplett wieder einkassiert. Das ist wirklich effizient. Alles richtig gemacht!

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