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(Falsch) Umgeparkt im Kopf?

Was würden Sie mit einem Unternehmen machen, das seit 17 Jahren Verluste einfährt? Zum Geschäftsjahresende 2015 waren über 7 Milliarden Euro Verluste aufgelaufen, bei einem Eigenkapital von 5,6 Milliarden war Opel mit 16,6 % überschuldet. 2016 sollte endlich die Wende bringen, wie der Vorstandsvorsitzende Karl-Thomas Neumann mit Energie und Überzeugungskraft immer wieder betonte. Und tatsächlich konnte ein Quartal 2016 mit schwarzen Zahlen abgeschlossen werden. Leider sind zum Jahresende dann doch wieder 257 Millionen Euro Verlust aufgelaufen (ohne das Brexit-Votum und die Pfundschwäche hätte es für schwarze Zahlen gereicht, meint Neumann).

Umparken im Kopf war die geniale Werbekampagne, die von der Vorständin Tina Müller entwickelt und umfassend umgesetzt wurde (sie kam von Henkel und verantwortete dort zuletzt das Marketing von Haar-, Gesichts- und Mundpflege bzw. Beauty Care). So eine Kampagne geht eben schneller als eine Neupositionierung im Markt, glaubwürdiger wird sie dadurch nicht. Wenn man mit jedem Auto durchnittlich 210 Euro Verlust macht, wird das mit dem Gewinn eben schwierig (zum Vergleich: Ford Europa verdient mit jedem Auto durchschnittlich 740 Euro, WirtschaftsWoche vom 17.2.2017, S. 64). Von den in Deutschland verkauften Opel wurden fast 43 Prozent auf den Hersteller bzw. Händler zugelassen (Prof. Ferdinand Dudenhöfer, Universität Duisburg-Essen). Diese Autos müssen anschließend mit hohen Rabatten verkauft werden, dafür ist der Marktanteil leicht gestiegen, aber um welchen Preis?

Wie erst jetzt bekannt wurde, verhandelt General Motors (die amerikanische Mutter) seit Frühjahr 2016 mit dem französischen PSA-Konzern (Peugeot/Citroen), bis vor kurzem selbst ein Sanierungsfall, über einen Verkauf von Opel und Vauxhall, das Pendant in England. Aus der Perspektive der Märkte/Regionen hat das durchaus eine Logik, da PSA in Deutschland und England nicht so stark vertreten ist. Bei den Modellen dürfte allerdings eine erhebliche Kannibalisierung eintreten, dafür sind sich die Autos zu ähnlich. Die zu niedrige Auslastung der Opel-Werke wird sich dadurch nicht erhöhen, im Gegenteil, die Opel- und Vauxhall-Werke würden von den Franzosen eher reduziert.

Und was macht Karl-Thomas Neumann? Laut aktuellem manager magazin 3/2017 hat er einen Geheimplan: Er will Opel zur reinen Elektromarke machen “Tesla fürs Volk”. “2030 soll der Schalter komplett umgelegt werden” (mm 3/2017 S. 10). Der “Elektrovisionär” braucht nur noch einen überzeugenden Businessplan. Iss’ klar.

Vom GM-Geheimplan zum möglichen Verkauf an PSA soll er erst letzte Woche erfahren haben. Wer muss hier “Umparken im Kopf”?

Er weiß, dass das Elektroauto Opel Ampera E, das auf der Automesse Ende September 2016 in Paris als nahezu konkurrenzlos (wegen der realistischen Reichweite von ca. 380 km) vorgestellt wurde, in den USA entwickelt, gebaut und unter dem Namen Chevy (Chevrolet) Bolt verkauft wird. GM braucht Opel technisch und technologisch nicht mehr und ist es leid, die nächsten Milliarden für ein paar Marktanteile zu investieren. 210 Millionen Euro hat das neue Opel-Entwicklungszentrum für Antriebe in Rüsselsheim gekostet, das Mitte Oktober 2016 eingeweiht wurde und über 800 Ingenieure und Techniker beherbergen soll. Entwicklungen kosten Geld, und wenn kein Geld verdient wird bleibt die Frage, wo es denn herkommen soll. Aus Detroit? Oder aus Frankreich?

Denkbar ist, das GM einem potentiellen Käufer sogar etwas bezahlt (Mitgift), denn in der Bilanz sind weitere Rückstellungen (vor allem für Altersversorgung) in Höhe von über 6 Milliarden Euro enthalten.

Wir erinnern uns: Schon 2009 war Opel in einer ähnlichen Situation und sollte an Magna und eine russische Bank verkauft werden. KTG (Karl-Theodor zu Guttenberg) sprach sich entgegen der “Volksmeinung” in seiner Eigenschaft als Bundeswirtschaftsminister gegen staatliche Hilfen aus. Und damals war GM technisch und patentrechtlich noch zu sehr mit Opel verflochten. Das ist mittlerweile weitgehend geregelt.

Jetzt ist die Politik gefordert, es geht um über 18.000 Opel-Arbeitsplätze allein in Deutschland (14.180 in Rüsselsheim, 2.130 in Kaiserslautern, 1.850 in Eisenach). Schließlich ist Wahljahr, in Deutschland und in Frankreich! “Ich finde es nicht akzeptabel, dass eine solche Entscheidung an die Öffentlichkeit gelangt, ohne dass vorher mit Betriebsrat, IG Metall oder der Landesregierung darüber gesprochen worden ist” maulte Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) und war sich damit mit ihren Kabinettskollegen einig. (WiWo vom 17.2.17, S. 62) Ähnlich argumentiert der Gesamtbetriebsrat: “Wenn es den Tatsachen entspricht, dass Gespräche von GM mit PSA geführt wurden und werden mit dem Ziel, Opel/Vauxhall zu verkaufen, wäre das eine beispiellose Verletzung sämtlicher deutscher wie europäischer Mitbestimmungsrechte”. Man darf gespannt sein, denn die französischen Gewerkschaften sind auch nicht gerade für ihre Kompromissbereitschaft bekannt, schließlich hat PSA in den vergangenen Jahren 10.000 Arbeitsplätze abgebaut und ein großes Werk bei Paris geschlossen.

Bei dem ganzen Durcheinander kann es durchaus sein, dass PSA nach eingehender Prüfung von einem Kauf absieht. Und dann? Kommen dann die Chinesen, die gerade die Deutsche Bank retten? Oder Magna die Zweite?

Hätte die Welt die Autos von Opel seit 2009 wirklich vermisst?

Die Welt des Marketings schon, schließlich hat uns Tina Müller coole Kampagnen mit Karl Lagerfeld und Katzenmotzkopf Crumpy Cat beschert. Nur die Autos passen anscheinend nicht dazu 😉

 

 

15 Comments

  1. Locke says

    Liebe Genossen, Führer und solche die auf dem Weg dahin sind,

    ich habe vonm CIA einen Hinweis bekommen, dass Sie gegen mich hier in diesem BLOG einer ehrwürdigen deutschen Firma zu Felde ziehen.
    Es ginge hierbei um Waterboarding, Balls und andere Teile des menschlichen Körpers.
    Ich verbiete mir soche Anwürfe auf das schärfste.
    Ich werde zusammen mit den Ziegen, den Mexikanern und den Ukrainern gegen Sie vorrücken.
    Da Sie alle 3 Männer ohne Balls sind gehe ich davon aus, dass sie nun wieder in die Deckung zurückziehen werden.
    So wie es diese MOB immer tun.

    Locke

  2. W. W. Putin says

    Was soll das “Ich finde es nicht akzeptabel”-Gejammer.
    Real Statesmen have balls!
    Greetings to RTE, DJT & KJU – CU@ The UN

  3. D. J. Trump says

    #Everyone else is #evil and did something against #me. Look at those, so that you won’t see me #grabbing you by the … #purse.

  4. R. T. Erdogan says

    @Locke: Gegen aufmüpfige Untertanen empfehle ich dringend ein hartes Vorgehen. Nicht, dass es noch zu einem Putsch kommt.

  5. Locke says

    oh
    we are switching back to German Language?
    Vorberkung:
    Ich behersche leider die Deutsche Sprache fast so schlecht wie die Englische.
    Aber mä könna gärn auf Fränkisch babeln.
    😉
    Meine Güte sooooo lange ist das schon her?
    Deshalb auch meine große Wesenveränderungen seit dieser Zeit.
    Was habe ich nicht alles schon durch gemacht mit dieser Firma.
    Neuerdings arbeitet meine gesamte Gruppenleiterrunde selbständig und bastelt an Konzepten.
    Ein Output des letzten Seminares bei confidence.
    Ich hoffe, dass am Ende nicht das Waterboarding meiner Person steht 😉
    Liebe Grüße
    Gerhard Hergenröder

  6. Rainer Linse says

    Lieber Herr Locke,
    vielen Dank für Ihre warmen Worte. Sie können confidence consult tatsächlich beurteilen, denn Sie kennen mich seit über 20 Jahren, als ich noch bei Liebich & Partner war und beginnend ab 1995 Projekte für die Uniklinik Tübingen begleitete. Als 1996 confidence an den Start ging, waren Sie einer der Kunden, die mit uns kamen. Wir setzen auch in Zukunft auf Sie, und wenn Sie glauben, Sie müssen irgendwann in den verdienten Ruhestand, kommen Sie einfach zu uns. Sie wissen ja wie es geht, Brainwashing und Waterboarding als Neuanfang wird immer wieder gerne genommen.
    Liebe Grüße
    Rainer Linse

  7. Locke says

    Dear Mark,
    Thank you for your warming words.
    You really are a wonderful blandisher.
    It is very important to get new “selbstvertrauen” and “zuversicht”.
    It is astonishing that you know confidence consult.
    Indeed it is a very important German Brainwash Company (GBC).
    And I really will grow with “confidence” because this company never would give my
    data away to the NSA.
    Dear Mark,
    It is very hard for me to say:
    “selbstvertrauen” and “zuversicht” is not your business…
    but it is the business of CONFIDENCE!!!
    Locke

  8. mark z. says

    Dear Locke,
    there is no mental sickness on your side. As far as i know are you the chief technical officer of a data center of a wellknown university in bavaria. Too much brain is a problem for digital workers and thinkers.
    So be happy to be trained by confidence. confidence in german means “selbstvertrauen” and “zuversicht”, this is what you have. Reduce to the max is the approach and you will grow with confidence.
    btw waterboarding is cool, especially for cooling your data center 😉
    nice to meet you
    Mark

  9. Locke says

    Dear Mark,

    indeed it was an outcome of the brainwashing by “confidence”.
    I apologize again for the wrong vowel.
    But….this is an output on brainwashing ….and to be honest:
    “confidence” does not only brainwashing but also waterboarding.
    This is the reason for my mental sickness.
    And….my very little hair on the head…as you mentioned is also an outcome of this very hard training programs by “confidence”.
    So be careful whenever you speak about “confidence”.
    It is really an powerful German company (more powerful as your Frazenbuch).
    Locke

  10. mark z. says

    Dear Locke,
    i know the guys from confidence team because they dont use facebook at all and they are under my investigation therefore.
    They are specialists in brain washing, you can see the result of their brainwashing: very little hair on the head. Common nickname for these guys is “Locke” that means in german “much and curly hair”.
    Maybe you explain the connection between gay guy and guy gay. I know you are not gay, you have a wonderfull wife and an amazing son so you probably just mistyped nice guy in the older days when you had more hair on your head. Sincerly Mark Z.

  11. locke says

    Dear Mark,

    thank you for your quick response.
    Locke was a nice gay in the olden days.
    But then hew was in a training center with confidence consult.
    Since then ha is a little bit confused.
    So we apologize for his comment

    CC

  12. mark z. says

    for my friends in old germany:
    “fratzenbuch” is not related to “facebook” in any way
    but i like the idea of Locke
    who is that guy?
    is he driving a tesla already?

  13. Locke says

    oder wie
    Autobauen in der alten Welt
    vs.
    Big Data Mobility
    =kostenlos zur Verfügung gestellte (gegen die persönlichen Daten natürlich) Mobilität
    (Paradigmenwechsel bei der Fortbewegung in den kommenden 10 Jahren
    oder
    was würden Sie sagen, wenn ihnen Fratzenbuch morgen anbietet gegen Ihre wichtigsten persönichen Daten ein kostenloses Fortbewegungsmittel a la Tesla in den Garten stellt?
    Natürlich mit einem Update alle 3 Monate (natürlich gegen weitere persönliche Daten)
    Kein Mensch wir dann in 10 Jahren noch den von Herrn L geschätzen BMW kaufen 😉
    oder
    Verschläft der alte Kontinent gerade diesen Paradigmenwechsel?
    Hin vom Motor auf 4 Rädern zu Big Data gesteuerte Neue Welt?

  14. Locke says

    Und was macht Karl-Thomas Neumann? Laut aktuellem manager magazin 3/2017 hat er einen Geheimplan: Er will Opel zur reinen Elektromarke machen “Tesla fürs Volk”……..

    Man sieht hier mal wieder den fatalen Unterschied zwischen Marketing und der Realität:

    Opel und Tesla…das ist wie Controlling und Quantenphysik
    😉

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