Ausgewählte Projektbeispiele

Wir können (eben nicht) alles, ausser Hochdeutsch

Stuttgart schien wieder vorne zu sein, ob LBBW, VfB, Mercedes oder Porsche.

Alles Bluff, Wunschdenken, Tricksereien und Größenwahn?

Der Autor, Jahrgang 1958, erblickte im alten Robert Bosch Krankenhaus in Stuttgart, der heutigen Landespolizeidirektion Baden-Württemberg, das Licht der Welt. Wir hoffen, dass das kein schlechtes Omen ist. Aber dafür ist er waschechter Schwabe und darf diesen Artikel über Schwaben schreiben!

Schlecht konnte einem allerdings werden, wenn man heute miterleben musste, wie die HWA-Mercedes die, in der Meisterschaft führenden Fahrer samt ihrer Audis bei der Deutschen Tourenwagen Masters in Barcelona systematisch “rauskegelten”. Jetzt fahren schon nur noch zwei Marken in dieser “Rennsportklasse”, die übrigens vom Weltverband FIA nicht als Weltmeisterschaft anerkannt ist. Insofern müssen keine (weiteren) 100 Mio., von was auch immer, zurückgestellt werden, weil Max Mosley den smarten Argumenten keinen Glauben schenken dürfte. Und der Präsident der “ITR” wird auch, nicht wirklich, schlichten können, denn HWA steht für Hans-Werner Aufrecht, und der ist, wie an anderer Stelle bereits ausgeführt, der Initiator und Chef dieses Zirkusses (ITR)!

Norbert Haug, Mercedes Motorsportdirektor und, daimlerintern, anerkannter Choleriker, wies allerdings im Interview der ARD darauf hin, dass dies alles keine Absicht war, während im Hintergrund die englische Nationalhymne lief (Siegerehrung für drei HWA-Mercedes). Dr. Wolfgang Ullrich, Audi Motorsportchef, hatte schon während des Rennens das einzig Richtige gemacht: Er rief alle Audis in die Box. Und dann muss er sich von Haug noch Vorhaltungen machen lassen, das Verhalten (Rückzug) sei unsportlich. Dabei wollte Audi die noch verbliebenen und emotional angespannten Audi-Fahrer nur davor bewahren, eine Dummheit zu machen. Respekt, Dr. Ullrich, wir hatten schon befürchtet, die alte Audi-Leidenschaft des Abräumens würde wieder durchkommen. Hockenheim (letzter Lauf zur DTM, wenn er überhaupt noch regulär stattfindet) hin oder her, Mercedes hat, nach den Tricksereien in der Formel 1 nun auch in der DTM sein wahres Gesicht gezeigt. Weil eben jedes Mittel Recht wird, um nur ja nicht zu verlieren. Wir haben in einem Artikel vor über einem Monat schon empfohlen, Mercedes (als Hersteller) möge doch besser aus dem Motor-Rennsport aussteigen, aber dass es so dicke kommen würde (und damit ist nicht der Körperumfang von Herrn Haug gemeint), konnte wohl niemand voraussehen.

100 Mio. Dollar Strafe und Aberkennung aller Konstrukteur-Weltmeisterschafts-Punkte in der Formel 1, eine milde Strafe?

Max Mosley wollte eigentlich McLaren-Mercedes komplett aus der Weltmeisterschaft ausschließen. Nur das “Bitten” von Norbert (“Souverän”) Haug vor dem FIA-Sportgericht, (das man in dieser Form von ihm noch gar nicht kannte) man möge einmal bedenken, was der Ausschluss eines Automobil-Herstellers (weltweit) für Folgen hätte, hatte eine knappe Mehrheit dazu bewogen, Gnade vor Recht ergehen zu lassen. Und jetzt sowas. (Dieser Satz ist jetzt wieder viel zu lang geworden, aber wann darf man schon einmal einen “um Gnade bittenden” Mercedes-Direktor ungestraft zitieren?

So kann man eben auch Marketing betreiben und gleichzeitig potenzielle Kunden vertreiben: Nicht nur “Hinterherfahren”, nein auch “Reinfahren” und “Nachtreten” lauten anscheinend Strategie und Taktik bei Mercedes-Direktor Haug. Die Stallorder, Bruno Spengler innerhalb des verbliebenen Feldes von sechs (in Worten: sechs) HWA-Mercedes nur auf Platz 2 zu positionieren, muss ihm allerdings zu Gute gehalten werden.

Das wird trotzdem nicht mehr lange gut gehen.

Der letzte Lauf der DTM in Hockenheim wird dadurch wieder extrem spannend. Wer kegelt wen raus, was wird wie geahndet, wirbelt das Safety-Car (Mercedes-AMG CLK “Black Series”) wieder das Feld so durcheinander, dass, wie in Oschersleben, Mika “Ausbrems-Weltmeister” Häkkinnen scheinbar gewinnt, wird es Gerichtsentscheidungen nach dem Rennen geben und wenn ja, vor welchem Gericht, wird der “Meister” der Trickser anerkannt werden bzw. schadlos bleiben?

Das sind die Fragen, die den wahren Motorsport-Fan (nicht wirklich) interessieren. Und hätte die ARD vorher gewusst, was sie da überträgt und pusht, würde sie nicht ähnlich verfahren müssen wie bei der (Nicht) Übertragung den letzten Tour de France-Etappen?

Trotzdem wird Audi mit dem Abt-Team aus Kempten Meister, denn jetzt kann sich Mercedes eigentlich nichts mehr erlauben, außer den Motorsport-Direktor auszutauschen, oder besser, gleich ganz auszusteigen. Und zwar aus DTM – und Formel 1!

Tschüss Ihr Schwaben aus “Bullshit-Castle”, wie Herr Schrempp seinerzeit die (ehemalige?) Konzern-Zentrale in (Bad) Möhringen nannte. Und er musste es ja wissen.

Aber warum die LBBW?

Weil wir die WestLB eben nicht übernehmen dürfen, zumindest wenn es nach dem Ministerpräsidenten Rüttgers geht. Der kann unseren Ministerpräsidenten Oettinger nicht leiden. Der übrigens drei oder vier Klassen über mir ins Gymnasium Korntal ging. Ich weiß das deshalb nicht mehr so genau, weil er schon damals, nach Auskunft einiger Lehrer (“30 Jahre Abi”), so farblos war, dass man ihn einfach nicht wahrnahm. Aber er tut wenigstens was dafür, oder ist Mappus etwa geschickter? Und da ich nie “sitzenblieb”, hat der vierjährige Altersabstand nicht wirklich etwas zu sagen. Aber dafür wurde er früh in der jungen Union aktiv und hat, auch dadurch, sein Profil geschärft, während bei mir nur die Nase und das Kinn wuchs 😉 .

Und die Risiken der WestLB werden nicht dadurch geringer, dass sie von einer anderen Landesbank übernommen werden (die Risiken). Der Unterschied liegt nur darin, dass entweder der Steuerzahler in Nordrhein-Westfalen oder eben in Baden-Württemberg dafür aufkommen muss. Oder zunächst der Kunde der LBBW bzw. BW-Bank, die eigentlich ja auch nicht hätte übernehmen werden sollen (Was verbirgt sich schon hinter einer “Unselbstständigen Anstalt” und wer sitzt da eigentlich (ein)? Und die Arbeitsplätze der Führungskräfte und Mitarbeiter? Die Risiken der SachsenLB haben die Baden-Württemberger ja schon, anscheinend spurlos, übernommen. Wer übernimmt sich hier eigentlich?

Der Größenwahn von LBBW-Chef Jaschinski soll nur davon ablenken, dass Landesbanken ihre Berechtigung schon seit längerem verloren haben. Da hilft auch der Sparkassenverband nicht wirklich weiter. Im Grunde genommen geht es nur noch um die Arbeitsplätze. Und um die Kundenberater, mit denen wir sehr zufrieden sind, schließlich kann es überall mal eng werden, wenn, u. a., Öffentliche Auftraggeber nicht fristgerecht bezahlen (können).

Und warum der VfB?

Weil jetzt entschieden wurde, aus dem “Neckar-“/”Gottlieb-Daimler-Stadion” eine Fußball-Arena zu machen. An sich nichts Ungewöhnliches für einen Bundesliga-Meister. Aber wo finden dann zukünftig die Leichtathletik Europa- und Weltmeisterschaften statt, Veranstaltungen, bei denen das sachkundige (schwäbische) Publikum mehrfach den Fairness-Preis bekam?

Und warum Porsche?

Weil wir jetzt den gesamten VW-Konzern von Stuttgart aus steuern können. Und damit wird die Form der Mitbestimmung und die überhöhte Tarifpolitik von Peter Hartz (“nicht 4”) wieder ausgehebelt bzw. dem Flächentarifvertrag angepasst.

Nur böse Zungen behaupten, hinter alledem stecke Ferdinand Piech, und der ist ja eigentlich Österreicher! Und sollte mit MAN und Scania eigentlich genug zu tun haben. Aber ist es nicht eine schöne Vision, den größten Automobilkonzern (LKW und PKW) nach “Gutsherrenart” führen zu können?

Und warum Stuttgart?

Weil wir uns bei der Ausrichtung der Rad-Weltmeisterschaft so richtig verrechnet haben. Kein Tag ohne Doping-Vorwürfe und -Gerüchte, viel zu wenig zahlende Zuschauer, der Bundes-Innenminister (ein waschechter Schwabe) verweigert seinen Zuschuss, und die Sport-Bürgermeisterin kündigt Konsequenzen an.

Für was eigentlich? Für die eigene Dummheit? Wir hatten doch mit einem guten Geschäft gerechnet, wir sind doch nicht Frankreich. Wir sind doch nur Veranstalter! Und wer bezahlt am Schluss? Die Stadt Stuttgart und mit ihr die Bürger und Firmen dieser schönen Stadt zwischen Wald und Reben.

So, und was hat das jetzt mit confidence zu tun? Wir sind zwar im Norden von Stuttgart aber gehören zum Landkreis Ludwigsburg. Und damit sind wir raus. Glauben wir. Aber das Handelsregister und die IHK ist auch schon von den Stuttgartern übernommen worden, wahrscheinlich zahlen wir also auch (drauf). Egal, dafür haben wir eben etwas zum Schreiben.

Wir können Ihnen helfen, eine Vision zu entwickeln, die passende Mission zu formulieren und beide, strategisch und taktisch umzusetzen (z. B. mit Hilfe einer Balanced Scorecard).

Der VfB Stuttgart tut es übrigens auch!

Allerdings nicht mit unserer Hilfe, denn VfB-Präsident Staudt beherrscht diese Methode, und er ist langjährig erfolgreicher Top-Manager in Deutschland gewesen, bevor er Präsident wurde.

Das kann nicht jeder Politiker und Verbandsfunktionär von sich behaupten, man erinnere sich an die Wackel-Fahrradfahrt anläßlich der Eröffnung der Rad-WM von Rudolf Scharping vorgestern im Fernsehen. Einen Fahrradhelm hatte er übrigens wieder nicht auf (er ist ja schon mindestens einmal auf den Kopf gefallen, auch beim Fahrradfahren). Sondern ein Käppi. Wenigstens stand nicht “Roter Bulle” drauf, parteipolitisch spielt er ja (anscheinend) keine große Rolle mehr.