Querdenken
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Car-Sharing einmal anders betrachtet

Teilen ist in. Die Zeitung, der Büroarbeitsplatz, das Pferd, (die Freundin?,) die Wohnung und selbstverständlich auch das Auto. Nicht das eigene – da sind wir eigen – nein das aus dem Pool. Am besten als Elektroauto mit Solardach, induktivem Laden, separaten Fahrspuren und kostenlosem Parkplatz. Das wäre doch mal eine echte Problemlösung, insbesondere für die Stadt.

carsharingcarsharing-anbieter.info
Was würde das dann kosten? Egal, so genau rechnen wir nicht, schließlich subventionieren die großen Autohersteller die kleinen Autos im Pool, noch.
Wir kennen Familien, die seit Jahren gute Erfahrungen mit Car-Sharing machen. Sie haben kein eigenes Auto und beherrschen die Tricks, wie man rechtzeitig sein Wunschauto reserviert, um abends nach Hause zu kommen, und morgens mit dem selben Smart wieder los. (Parken Sie den Wagen doch einfach in der verschlossenen Tiefgarage) Ist das wirklich smart?
Wenn wir davon ausgehen, dass ein Pool-Auto so wenig wie möglich stehen sollte, brauchen wir dafür – konsequent zu Ende gedacht – keinen Parkplatz. parking carsharing

Ist das realistisch? Derzeit wohl noch nicht, obwohl die Apps immer bessere Verknüpfungen ermöglichen. Irgendwann kommen die Autos selbstständig zu unserem Standort und fahren dann selbstständig zu unserem Ziel. Unterwegs nehmen wir einige Mitfahrer mit, die sich per App einbuchen und anteilig bezahlen. So kann man Freundschaften schließen (Car-Dating), möglicherweise als abendfüllendes Programm.
Ganz so weit sind wir noch nicht. Taxis kommen dem Ansatz schon nahe, myTaxi wird als App gut angenommen, einige ewig gestrige Taxifahrer versuchen noch, (sich) zu boykottieren. Warum sollen wir nicht auch im Taxi zusätzliche Mitfahrer aufnehmen, die auf “unserer” Strecke liegen und ihren Teil bezahlen (Taxi-Dating)? Wir könnten ja ein Suchprofil eingeben, wen wir gerne mitnähmen (“Beuteraster”). Allerdings sieht der Taxifahrer der Zukunft möglicherweise anders aus als heute. Ende letzten Jahres fuhr ich in Hamburg abends vom Flughafen zum Hotel. Ich dachte wirklich, Hennes sitzt hinten drin. Hennes, der Ziegenbock des 1. FC Köln (benannt nach dem legendären Fußballlehrer Hennes Weisweiler, nicht weil der so roch, sondern als Erinnerung). Nur mit Mühe gelang es mir, mich während der 20-minütigen Fahrt nicht zu übergeben, wobei das den Geruch im Taxi eher abgerundet hätte. Das kann mir allerdings mit einem Pool-Auto auch passieren, wenn vor mir ein Knoblauchfan, ein verschwitzter Jogger und ein Kettenraucher mit feuchtem Hund eineinhalb Stunden Skat im Wagen gespielt haben. (Beuteraster: “Suche Skatspieler für autonome Stadtrundfahrt, meine Frau nervt. Bier und Zigaretten bitte selbst mitbringen!”) Oder gehörte der Hund zum Jogger?

rauchender Hund
Jawohl ich gebe es zu: Ich favorisiere das Taxi, mit freundlichem Fahrer/in, sauber, gepflegt (Taxi und Fahrer), der mir beim Gepäckeinladen hilft, sich freundlich mit mir unterhält, wenn ich das möchte, das Fahrzeug (geruchs-) technisch in Schuss hält und mir kurzfristig per App oder Handy seine Dienste, oder die seiner Kollegen, anbieten kann.
Ich könnte mir vorstellen, dass derartige Taxis weniger parken als Pool-Autos. Und deshalb wirtschaftlicher und damit auch billiger sein können. Taxis dürfen meistens die Busspur nutzen, der Fahrer fährt sparsamer, weil er das Auto (und meistens auch die Strecke) besser kennt. Der Fahrer fühlt sich verantwortlich für Fahrzeug und Ladung (auch die Lebende).
Ist Taxi fahren das bessere Car-Sharing? Schreiben Sie uns und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Danke!

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