Querdenken
Leave a comment

Dr. No aus dem Verteidigungsministerium (suspendiert)

Die Nachricht hat überrascht: KTG lässt seinen Doktortitel ruhen. Geht das überhaupt?

Wer so viele Vornamen hat und von Adel ist, der braucht keinen Doktor. Wer Dieter heißt und geschickt abkürzt, der hat einen.

Der beliebteste Politiker in Deutschland stellt sich selbst in Frage. Seine (finanzielle) Unabhängigkeit und sein Streben nach Wahrheit und Klarheit, gepaart mit perfekter Inszenierung in den Medien, ließen ihn zum Hoffnungsträger der Nation mit Profil zum (über) nächsten Bundeskanzler werden. Alles vorbei: No Go!

Versuch einer Bilanz, kein Nachruf:

Anerkennung als Wirtschaftsminister, weil er der Opel-Sanierung durch den Staat nicht so einfach zustimmen wollte. Konnte sich zwar nicht durchsetzen, wurde aber durch die Medien für seine Zivilcourage gelobt.

Antritt als Verteidigungsminister schneidig und entscheidungsstark, Offiziere und Beamte, insbesondere im Verteidigungsministerium, horchten auf: Von jetzt an konnte es jeden treffen, Staatssekretäre, Generalinspekteure, Kommandanten von Segelschulschiffen, keiner war mehr sicher, ob er ausreichend gehört wurde, bevor der Minister (in enger gedanklicher Abstimmung mit BILD), quasi über Nacht, suspendierte, abberief oder entließ. Wahrheit und Klarheit sieht anders aus.

So richtig nachdenklich wurde ich, als er die Wehrpflicht quasi im Alleingang aussetzte, oder besser gesagt abschaffte. Die Wehrpflicht war der Grund, dass immer wieder intelligenter und verantwortungsvoller Nachwuchs in der Bundeswehr entwickelt werden konnte. Mit dem, was von den Freiwilligenannahmestellen an Nachwuchs kam und kommen wird, lässt sich das Prinzip des Staatsbürgers in Uniform nur schwerlich umsetzen. Dass man zukünftig auch in Deutschland lebende Ausländer akquirieren möchte, stimmt mich nicht zuversichtlicher: Der Weg zur “Söldnerarmee” mit allen Konsequenzen ist absehbar.

Die Bundeswehrreform stockt, von den selbstgesteckten Einsparzielen scheint er sich, sehr zum Leidwesen des Finanzministers, zu distanzieren.  Wie abgehoben der Minister war, konnte man am ambitionierten Zeitplan zum Ende der Wehrpflicht erkennen: Ohne Not ein halbes Jahr zu früh, mit unrealistischem Einsparpotenzial, wird das Vorhaben durchgepeitscht, egal was es kostet.

Adlige waren früher häufig in der (Reserve-) Offizierlaufbahn (mit Reitpeitsche) anzutreffen, bei ihm hat es nur zur Unteroffzierlaufbahn gereicht. Ist das ein Trauma? (Minister kann man trotzdem werden, wie auch das Beispiel von Dirk Niebel zeigt, dem das Kunsttstück gelang , nach dem Fallschirmsprung auf dem “Sanitätsauto” zu landen. Ich war damals Kompaniechef in derselben Luftlandebrigade wie Feldwebel Niebel.)

Die Zusammenarbeit mit ausgewählten Medien und Journalisten, die nahezu perfekte Inszenierung einschließlich seiner (auch im “Enthüllungsjournalismus”) engagierten Frau, waren die Basis für hohe Beliebtheitswerte in der Bevölkerung. Kamera(dschaft)  mit Kerner in Afghanistan. Endlich hatten auch wir in Deutschland so etwas wie  “Royals”, nur eben hübscher und schneidiger.

So kann man sich unbeliebt machen, in der eigenen Partei, im Kabinett, in der Bundeswehr, im eigenen Ministerium und nicht zuletzt, in den Medien. Mißachtung der Bundespressekonferenz, stattdessen zeitgleich eine abgelesene Erklärung im Ministerium vor einem kleinen Kreis ausgewählter Journalisten. Dennoch verhaspelt, zwar nicht live, aber eben aufgezeichnet und schon mehrfach gesendet. Und wer etwas von Körpersprache versteht, der weiß, dass man daran Lügen bzw. Lügner erkennen und entlarven kann.

Wahrheit und Klarheit, diesen Anspruch hatte er, daran muss er sich messen lassen.

Wir wünschen dem Verteidigungsminister Alles Gute für die Zukunft – bei der Verwaltung seines Familienvermögens.

Zukünftig müssen wir uns eben wieder die Meinung von Dr. Bohlen, Verzeihung Dieter Bohlen, sagen lassen. Der ist auch finanziell unabhängig, aber hat sein Vermögen selbst aufgebaut. Er versteht auch etwas von Inszenierung, und er kann es sich leisten, ehrlich zu sein. DEUTSCHLAND SUCHT DEN SUPERMINISTER (Der Nockherberg lässt grüßen!)

Persönliches Auftreten und Rhetorik können Sie bei uns lernen, wir coachen Sie und entwickeln Sie weiter. Kommunikation nach innen (im Unternehmen) und nach außen sind Schlüsselthemen, die bei uns zunehmend nachgefragt werden. Persönlichkeit mit Ecken und Kanten schafft Glaubwürdigkeit und Akzeptanz, wir müssen nicht von allen geliebt oder (wieder) gewählt werden.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.