Querdenken
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Gegen wen tritt Porsche-Chef Wiedeking zurück?

Mit dem Rücktritt ist das so eine Sache: Er klingt aktiv. Wiedeking hat sich quasi “geopfert”, für die Belegschaft, für den “Mythos Porsche” und nicht zuletzt für Wolfgang Porsche. Bei einem Rücktritt täte man allerdings gut daran, auf Geld- und Sachbezüge zu verzichten.

Tatsächlich ist Wiedeking nicht zurückgetreten. Er hat (unter erheblichem Druck) einen Aufhebungsvertrag unterschrieben. Zur Kompensation seines Vertrages, der noch bis 2012 läuft. Dafür erhält er anscheinend 50 Mio. €. Die Hälfte davon will er in eine Stiftung einbringen. Mittlerweile dürfte sich herumgesprochen haben, dass eine Stiftung in Deutschland erstens eine gute Möglichkeit für wohltätige Zwecke ist, zum zweiten sich hervorragend als Denkmal (auch schon zu Lebzeiten) eignet, und drittens ein anerkanntes Steuersparmodell darstellt.

Freuen wir uns über das Geld, das Teilen der Belegschaft bzw. Gesellschaft zu Gute kommt.

Wir sollten allerdings nicht verkennen, dass Wendelin Wiedeking und sein Finanzvorstand Holger Härter nach unbestritten hervorragender Arbeit und herausragenden Ergebnissen die Perle Porsche durch undurchsichtige Finanztransaktionen bei der Übernahme des Volkswagen-Konzerns aufs Spiel gesetzt haben. Die Kosten für die VW-Optionen drohten, den operativen Gewinn von Porsche aufzufressen.

Mit “Heuschrecken-Methoden” und entsprechender Kommunikationspolitik wurden Optionsscheininhaber, Aktionäre, Journalisten, Wettbewerber und nicht zuletzt Banken zum Narren gehalten, von Politikern und der Öffentlichkeit ganz zu schweigen. Hoffen wir, dass es nicht zum “Zurücktreten” bzw. “Nachtreten” kommt, der Porsche-Betriebsratsvorsitzende scheint als Thai-Boxer (auch in dieser Beziehung) gefährdet. Dafür wird er wohl im Stiftungs-Beirat sitzen.

Folgerichtig ist, dass Porsche einen Neuanfang im VW-Konzern wagt, der den Familien Porsche und Piech immerhin noch zu 51% gehört. Wir wünschen dem neuen Porsche-Vorstandsvorsitzenden Michael Macht, einem gebürtigen Stuttgarter, eine glückliche Hand im Umgang mit den Wolfs- und Salzburgern, und zweifeln nicht am Erfolg für den “Mythos Porsche”.

4 Comments

  1. Linse im 5er sieht auch nicht so schlecht aus. Aber bei einem Probe-Porsche-Ausflug helfe ich natürlich gerne.

    Leider kann ich mir nicht vorstellen, dass die Stuttgarter sich in Wolfsburg zurechtfinden werden. Die Strukturen und Wirkmechanismen eines Großkonzerns sind eben nur schwer verdaubar für einen “kleinen” Sportwagenbauer.

  2. Locke says

    Linse im Porsche….darauf hat die Menschheit seit Anbeginn gewartet.

  3. Die Frage könnte auch lauten: Wäre es nicht nun endlich an der Zeit, dass der Linse einen Porsche lenkt?

  4. Locke says

    Wäre es nicht nun endlich an der Zeit, dass eine Linse Porsche lenkt?

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