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VW oder Porsche, wer übernimmt wen?

Stuttgart macht wieder Schlagzeilen: Der Arbeitsvertrag von LBBW-Chef Jaschinski wird nicht verlängert, Porsche-Chef Wiedeking wird von Ferdinand Piech demontiert und sucht sein Heil in Katar, bei der Kfw und neuerdings (anscheinend) beim DAIMLER. Der hat allerdings andere Probleme.

Einige haben sich schon übernommen, anderen steht es noch bevor. Dabei wollten sie eigentlich andere übernehmen. Früher hätte man gesagt: Hochmut kommt vor dem Fall, heute sieht man das pragmatisch: Die “Kleinen” haben sich verzockt. Allerdings ist das kein rein schwäbisches Problem, im Fränkischen ließ auch der Pelzmantel von Maria-Elisabeth Schaeffler die Stimmung kippen. Am Ende des Tages wird wohl Continental die INA-Schaeffler Gruppe übernehmen.

Sicherlich, auf unser Mitleid sind die Herrschaften nicht angewiesen, sie werden ausgesorgt haben, bzw. werden in absehbarer Zeit an anderer Stelle wieder gebraucht.

Wie konnte das passieren, vor allem mit dieser Dynamik?

Wir nennen keine Details, man liest allerdings viel. Häufig  paaren sich Selbstüberschätzung und Realitätsverlust an der Spitze. Der “Gesunde Menschenverstand” wird überlistet, interne Kritik wird unterbunden, Konflikte werden unterdrückt. Solange es eben geht. Der “Blinde Fleck” spielt uns einen Streich, die “Jubelperser” tun ihr übriges. Das Gefühl der (Ohn-) Macht. Und dann kommt noch die Krise dazu.

Die Erfolgsstory des Wendelin Wiedeking bei Porsche wird ein unschönes Ende nehmen: Rechtsanwälte werden die Auflösung seines Arbeitsvertrages aushandeln. Auch der Betriebsratsvorsitzende von Porsche hat den Mund sehr voll genommen mit dem Selbstbewusstsein eines Thai-Boxers. Wird das ausreichen? Was wird aus der Belegschaft ohne Identifikationsfigur? Was aus (Wiedekings “Königreich”) Bietigheim?

Wie schlimm es um Porsche stehen muss lässt die konzertierte Aktion der Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD im Stuttgarter Landtag vermuten. Zwei Herren, die sich sonst absolut nicht einig sind. Sie schreiben an ihre jeweiligen Parteifreunde in Berlin. Aktuelles Thema: Staatshilfe für Porsche? Das ist ökonomischer Unsinn und wohl auch politisch nicht durchsetzbar. Es geht eben nicht um einen ganz normalen KfW-Kredit, den Porsche zweifellos zurückzahlen könnte. Es geht um die Strategie und Taktik einer “Heuschrecke”, die die Übernahme von VW durch Optionen und deren eigene Kasse finanzieren will bzw. wollte.

Sehen wir es positiv: Risikomanagement wird zukünftig eine größere Rolle spielen. Das Erkennen, Bewerten und “Managen” von Risiken wird zunehmend Chefsache: Holen Sie sich Rat, von internen Kritikern aber auch von Externen, fordern Sie Widerspruch heraus. Das ist ein Zeichen von Stärke. Laden Sie “Querdenker” ein und setzen Sie sich ernsthaft mit Ihnen auseinander. Entwickeln Sie Szenarien und bereiten Sie sich darauf vor, wohl wissend, dass einige Pläne zwangsläufig für den Papierkorb bestimmt sind.

confidence kann Ihnen helfen, ein konsequentes Risikomanagement-System aufzubauen und weiter zu entwickeln.

Und nun zur Überschrift: Porsche wird die zehnte Marke im VW-Konzern. Wenn sich der gesunde Menschenverstand duchsetzt. Herr Winterkorn in Wolfsburg hat ihn. Und gebürtiger Schwabe ist er ohnehin. Und ob der neue Konzern dann VW Porsche AG oder zu einem späteren Zeitpunkt Auto-Union heißen wird, ist momentan nicht so wichtig. Firmensitz wird wohl Wolfsburg.

Wolfsburg wird Meister und Stuttgart bestenfalls Zweiter.

Wir können (eben nicht) alles ausser Hochdeutsch. (Siehe hierzu auch unseren Kommentar vom 23.09.2007)

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