Year: 2011

15 Jahre “quer” denken

Fast hätten wir es vergessen: 15 Jahre gibt es confidence consult bereits, als GmbH, als Denkansatz schon etwas länger. “confidence” im Sinne von “Zuversicht” bzw. “Selbstvertrauen”. Aber warum quer? Weil wir immer wieder versuchen, eine andere Perspektive einzunehmen. Nicht wie Til Schweiger, der bei seiner Verleihung des Querdenker-Preises 2011 lallte: “Glaubt an das, an was Ihr glaubt” (Medikamente und Rotwein waren Schuld). Unser Mehr-Wert besteht nicht darin, unsere Auftraggeber darin zu bestärken, etwas zu tun oder umzusetzen, was bereits entschieden ist (“Wes Brot ich ess`, des Lied ich sing”) sondern kritisch zu hinterfragen, ob die wahren Ursachen für Probleme bzw. Konflikte erkannt sind, und dadurch die angedachte Lösung auch nachhaltigen Erfolg versprechen kann. Unserem confidence-Logo liegt ein Vier-Felder-Portfolio zu Grunde, die beiden Achsen beziehen sich auf die Fragen “Was halte ich für richtig/falsch” und “Was nutzt/schadet mir”. Und immer wieder stellen wir uns die Frage: “In welchem Feld stehen wir gerade?” Und dann kann es sein, dass wir ein Mandat zurückgeben oder erst gar nicht annehmen, weil wir das Gefühl bekommen, als Deckmantel verwendet zu …

Warum wir jetzt aus der Kernenergie aussteigen müssen

An dieser Stelle geht es nicht um technische Risiken, Erdbeben, um die Gefahr von Flugzeugabstürzen oder terroristischer Anschläge. Der Autor ist überzeugt, dass wir in Deutschland mit die sichersten Kernkraftwerke weltweit entwickelt haben und derzeit betreiben. Als Kaufmann sieht man auch die Renditen, die bereits abgeschriebene Anlagen noch für Jahre versprechen. Als Kunde und Staatsbürger frage ich mich allerdings, warum ein Energieversorgungsunternehmen (EVU) jährlich einen Milliardengewinn einfährt. Seit über zehn Jahren haben wir als Eigentümer und Nutzer einer Immobilie jedes Jahr unseren Stromverbrauch reduziert und jedes Folgejahr mussten wir trotzdem mehr bezahlen. Mag sein, dass die Finanzierung der erneuerbaren Energien über Umlagen eine erhebliche Rolle spielen (bei der Photovoltaik ist man wohl mit über 7 Mrd. Euro Subventionen 2010 für anscheinend 2% Deckung des Gesamtstromverbrauchs über das Ziel hinausgeschossen). Entscheidend für mich ist, dass wir vermutlich einem Oligopol von vier EVUs ausgesetzt sind (e.on, EnBW, RWE und Vattenfall), die sich in ihrer Region quasi als Monopolisten verhalten (dürften). Es ist sicherlich kein Zufall, dass Bundestagsabgeordnete zusätzliche Arbeits- und Beraterverträge der großen EVUs in der Tasche …

“Oben bleiben!”

Neulich beim Mittagessen: Der Produktionsleiter eines langjährigen Kunden im Fränkischen fragte mich schmunzelnd in lockerer Runde am Tisch, ob ich wisse, wer in Deutschland das schönste Zweitliga-Stadion baue. Bis dahin hatten mir die Rouladen mit Rotkraut und Kartoffelpüree ganz ordentlich geschmeckt. Wollte er mich provozieren, weil er annahm, dass ich als gebürtiger Stuttgarter automatisch VfB-Fan sei? Er konnte nicht wissen, dass ich, sozusagen als “Spätberufener” erst seit wenigen Jahren Mitglied des VfB Stuttgart bin. Nicht aus Überzeugung, sondern weil  VfB-Präsident Erwin Staudt so nett Reklame gemacht hatte, bei seinem Vortrag anläßlich der Gründungsveranstaltung des Arbeitskreises Heilbronn-Künzelsau im Internationalen Controllerverein eV (ICV) im Dezember 2005. Titel damals: “Balanced Scorecard beim VfB Stuttgart”. Mitte der 70-er Jahre war ich tatsächlich regelmäßig im damaligen “Neckarstadion”, allerdings als Ordner, um mir ein Paar Mark Spritgeld für meine Maico zu verdienen. Und wenn ich Glück hatte, konnte ich sogar das Spiel oder zumindest die zweite Halbzeit anschauen, wenn ich Pech hatte, musste ich irgendwelche Eingänge sichern ohne Sichtkontakt. Das war dann wie Radio, nur lauter. Zurück zum Poduktionsleiter: Was wäre …

Dr. No aus dem Verteidigungsministerium (suspendiert)

Die Nachricht hat überrascht: KTG lässt seinen Doktortitel ruhen. Geht das überhaupt? Wer so viele Vornamen hat und von Adel ist, der braucht keinen Doktor. Wer Dieter heißt und geschickt abkürzt, der hat einen. Der beliebteste Politiker in Deutschland stellt sich selbst in Frage. Seine (finanzielle) Unabhängigkeit und sein Streben nach Wahrheit und Klarheit, gepaart mit perfekter Inszenierung in den Medien, ließen ihn zum Hoffnungsträger der Nation mit Profil zum (über) nächsten Bundeskanzler werden. Alles vorbei: No Go! Versuch einer Bilanz, kein Nachruf: Anerkennung als Wirtschaftsminister, weil er der Opel-Sanierung durch den Staat nicht so einfach zustimmen wollte. Konnte sich zwar nicht durchsetzen, wurde aber durch die Medien für seine Zivilcourage gelobt. Antritt als Verteidigungsminister schneidig und entscheidungsstark, Offiziere und Beamte, insbesondere im Verteidigungsministerium, horchten auf: Von jetzt an konnte es jeden treffen, Staatssekretäre, Generalinspekteure, Kommandanten von Segelschulschiffen, keiner war mehr sicher, ob er ausreichend gehört wurde, bevor der Minister (in enger gedanklicher Abstimmung mit BILD), quasi über Nacht, suspendierte, abberief oder entließ. Wahrheit und Klarheit sieht anders aus. So richtig nachdenklich wurde ich, als …