Month: July 2007

Warum google so erfolgreich ist

1,47 Mrd. US $ Gewinn in 2005, das muss man erst einmal verdauen, mit einer Internetsuchmaschine, was immer auch dahinter steckt. Mit der deutschen Version verhält es sich ähnlich. Wie geht das? Durch Werbe-Banner. Vielleicht. Aber das Internet ist doch “kostenlos“? Zumindest für den User. Allerdings nicht umsonst. Und vielleicht zahlen wir sogar einen (zu) hohen Preis. Mittlerweile dürfte sich herumgesprochen haben, dass man Platzierungen in Suchmachinen beeinflussen, ja regelrecht kaufen kann. Eine nützliche Investition? Vielleicht. Aber es bleibt ein Beigeschmack: Denn der User wird offensichtlich getäuscht. Damit könnte man auch wieder “Geld verdienen”: Man entwickelt eine Internet-Verifizierungs-Suchmaschine, die die tatsächlichen Platzierungen einschließlich der “Tricksereien” ausweist. Technisch sicherlich bereits möglich. Wahrscheinlich gibt es das bereits. Und die zugehörige Vision lautet dann: “Ehrlich währt am längsten”, oder, um mit Christian Morgenstern zu sprechen: “Die Sonne bringt es an den Tag”. Und die Erfinder planen bereits den Gang an die Börse mit dem schönen Firmennamen “Trooble“. Das setzt sich zusammen aus true (wahr), erinnert mit den “oo`s” an google und die o`s lassen sich beliebig verlängern. Und …

Das (un) ausgeglichene Kunden-Lieferanten-Verhältnis

Wir erleben gelegentlich, dass der Kunde “König” ist. Das ist schön, beweist es doch, dass wir erkannt haben, wer unser Gehalt bezahlt. Was wir vielleicht noch nicht genügend erkannt haben, ist die Tatsache, dass, wenn wir unsere Mitarbeiter richtig behandeln, diese wiederum den Kunden richtig und fair behandeln. Das ist auf Dauer viel erfolgreicher, denn in vielen Firmen focussierte man zu sehr auf “Kundenorientierung“, allerdings zu Lasten der Mitarbeiterorientierung. Wir setzten uns vorwiegend dann mit Mitarbeitern auseinander, wenn sich der Kunde, zu Recht oder zu Unrecht, beschwert hatte. Diese Art von Kritikgesprächen kann auf Dauer zermürbend sein. Für den Mitarbeiter, aber auch für den “Chef”. Denn Mitarbeitergespräche müssen vorbereitet sein, emotionale “Schnellschüsse” können leicht (miß-) interpretiert werden. Und wenn ich einem Mitarbeiter immer nur dann Gelegenheit gebe, sich zu äußern, weil mal wieder etwas schiefgelaufen ist, wird er bald ein Mitarbeitergespräch als etwas Unangenehmes, vielleicht sogar Ungerechtes empfinden. Und wir reden vom Mitarbeitergespräch, nicht vom “Chefgespräch“. Spätestens wenn ein (ERA) Beurteilungsgespräch ansteht, wird sich der intelligente Mitarbeiter so präparieren, dass nicht er selbst, sondern der …

Warum wir in Deutschland tatsächlich (Kosten-) Nachteile haben

Was früher vom Meister an Verbesserungsvorschlägen verhindert wurde, weil er, zumindest teilweise, gute Ideen aus der Mannschaft als Kritik an der eigenen Person empfand (oder empfinden musste), blockieren heute Gruppen- und Abteilungsleiter aus einem falschen Führungsverständnis heraus. Wir werfen ihnen das nicht vor, denn sie wurden häufig Vorgesetzte, weil sie fachlich hervorragend ausgebildet waren. Leider wurde ihre soziale Kompetenz nicht in entsprechendem Maße (zur Führungskraft) entwickelt. Das war früher auch nicht nötig, denn sie trugen mit ihrem grauen Baumkittel ein Insignium der Macht, das ihnen, schon rein äußerlich, einen Argumentationsvorteil zu geben schien. Heute erkennt man die Mittelmanager auf den Flughäfen dieser Welt an ihrem Handy, an der Vielflieger-Kundenkarte, an ihrer Notebooktasche und insbesondere an ihrer Art, scheinbar strategische Entscheidungen telefonisch in den Warteräumen des Flughafens lautstark zu vermitteln oder zumindest zu kommentieren. Die Topmanager kann man auch auf den Flughäfen erkennen. Sie benutzen nicht die firmeneigene Maschine für den Flug nach USA oder Italien, sondern Linienmaschinen, weil sie das Vielfliegerbonusprogramm herbeten können wie früher die Bibel im Konfirmandenunterricht. Und sie sind stets auf dem …

Warum auch bei der “Tour de France” alle gedopt sind

Endlich haben sie sich geoutet bzw. sind nahezu überführt: Fahrer, (Team-) Manager, (Sport-) Ärzte, Funktionäre, Ehegattinen und -gatten. Noch nicht genügend erkannt bzw. beschuldigt sind die Veranstalter bzw. wir, die Zuschauer. Aber Selbsterkenntnis ist bekanntermaßen der erste Schritt zur Besserung. Jawohl, ich gebe es zu, ich bin mitschuldig. Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass die Veranstalter im Interesse des Zuschauers die einzelnen Etappen so gestalten, dass die Rennen spannend sind, dass Ausreißversuche meist erfolglos bleiben, dass die Taktik (un) durchschaubar ist, dass die Mannschaftsleistung mehr zählt als die Einzelleistung und insbesondere, dass der Veranstalter alles tut, um einen fairen Wettkampf zu gewährleisten. Heute weiß ich, dass eine andere Strategie dahinter steckt: Die einzelnen Etappen haben etwa 20% Überlänge. Das ist wie im Kino, wo wir gewohnt sind, nach 90 Minuten ein “Happy-end” zu erleben. Dauert ein Film 108 Minuten, muss der Vordermann mal kurz auf Toilette (vielleicht zur Kontrolle?), der Nebenmann muss sich eine Zigarette anzünden (oder steckt sie sich zumindest vorsorglich in den Mund), unsere Partnerin schläft ein und der Hintermann ruft mit …