Year: 2007

“Stars and Cars” in Stuttgart

Am ersten November-Wochenende fand in Stuttgart der alljährliche Event “Stars and Cars” statt. Mit Lewis Hamilton und Mika Häkkinen. Allerdings ohne Formel-1 und ohne DTM-Titel für Mercedes. Das hatten wir bereits im August prognostiziert, obwohl McLaren-Mercedes damals noch alle Trümpfe in der Hand hatte. Jetzt sind sie Fernando Alonso, den zweifachen (Renault-) Weltmeister, wieder los. Man hätte ihn nächstes und übernächstes Jahr auf der Ersatzbank parken können (Drei-Jahres-Vertrag), quasi als erzieherische Maßnahme. Schwierig war die Trennung vor allem deshalb, weil nahezu alle Sponsoren-Verträge, die McLaren letztes Jahr neu abgeschlossen hatte, an Alonso gebunden waren. Damals war noch nicht klar gewesen, ob Lewis Hamilton überhaupt (Formel-1-Rennen) fahren dürfe. Mercedes-Sportchef Norbert Haug hatte Alonso verpflichtet, sozusagen mit Nummer-1-Status, und dann kam Ron Dennis mit seinem “Ziehsohn” Lewis Hamilton, einem Youngster, der (als Nummer 2) gut zu einem Weltmeister hätte passen müssen. Diese Personalpolitik war allerdings eine, mittlerweile erkennbare, Konflikt-Umleitung zwischen Dennis und Haug: Wer, wie Mercedes, nur 40% Anteil am Rennstall hat, der kann eben nicht vollständig über die (Personal-) Strategie bestimmen. Dennis hält 15%, Mansour Ojjeh …

Wer hat Angst vor dem ERA-TV?

Hier handelt es sich nicht etwa um einen neuen Fernseh-Sender, ERA-TV steht für Entgelt-Rahmen-Tarif-Vertrag, eine neue Form der Mitarbeiter-(De-) Motivation. Aber, am besten steigen wir ganz aktuell ein: Wer glaubt, er könne Lok-Führer und “lebende Fahrkarten-Automaten” tariflich in die selbe Schublade stecken, nur eben etwas höher, ist töricht. Zum Glück wird der Nachname des weiblichen Personal-Vorstands der Deutschen Bahn nicht englisch ausgesprochen und auch Herr Mehdorn, der Ex-Druck-Maschinen-Macher, der Ergebnisse von vertraulichen Vier-Augen-Gesprächen mit Herrn Schell, GDL, schnurstracks an die große deutsche Zeitung mit den vier Buchstaben weiterleitet, hat sich als Verhandler nicht gerade mit Ru(h)m bekleckert. In Japan werden die “Lok-Führer” der schnellen Züge wie Piloten bezahlt. Das finde ich gut, denn sowohl die Arbeitsaufgabe als auch die Verantwortung sind vergleichbar. Der Unterschied ist allerdings, dass die Lok-Führer regelmäßig noch Selbstmörder überfahren (müssen). Das könnte man, so zynisch es klingt, mit einer “Belastungszulage vergüten”. Und deshalb rufen wir Herrn Schell zu: “Bleiben Sie standhaft, Sie haben die vernünftigen Bürger auf Ihrer Seite, auch wenn sie heute oder morgen nicht ganz pünktlich zur Arbeit kommen …

Wir können (eben nicht) alles, ausser Hochdeutsch

Stuttgart schien wieder vorne zu sein, ob LBBW, VfB, Mercedes oder Porsche. Alles Bluff, Wunschdenken, Tricksereien und Größenwahn? Der Autor, Jahrgang 1958, erblickte im alten Robert Bosch Krankenhaus in Stuttgart, der heutigen Landespolizeidirektion Baden-Württemberg, das Licht der Welt. Wir hoffen, dass das kein schlechtes Omen ist. Aber dafür ist er waschechter Schwabe und darf diesen Artikel über Schwaben schreiben! Schlecht konnte einem allerdings werden, wenn man heute miterleben musste, wie die HWA-Mercedes die, in der Meisterschaft führenden Fahrer samt ihrer Audis bei der Deutschen Tourenwagen Masters in Barcelona systematisch “rauskegelten”. Jetzt fahren schon nur noch zwei Marken in dieser “Rennsportklasse”, die übrigens vom Weltverband FIA nicht als Weltmeisterschaft anerkannt ist. Insofern müssen keine (weiteren) 100 Mio., von was auch immer, zurückgestellt werden, weil Max Mosley den smarten Argumenten keinen Glauben schenken dürfte. Und der Präsident der “ITR” wird auch, nicht wirklich, schlichten können, denn HWA steht für Hans-Werner Aufrecht, und der ist, wie an anderer Stelle bereits ausgeführt, der Initiator und Chef dieses Zirkusses (ITR)! Norbert Haug, Mercedes Motorsportdirektor und, daimlerintern, anerkannter Choleriker, wies allerdings …

Warum die Milch teurer wird

20-50% teurer – Ein Alptraum für den Schnäppchenjäger. Bleibt eigentlich nur noch, Milch mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum zu kaufen, zum halben Preis selbstverständlich. Aber wo gibt es die? Da müssen wir eben die Lebensmittelmärkte mit unserem Diesel abklappern. Für Milch, Butter und Käse. Die Internet-Spezialisten von confidence haben mir erklärt, dass meine Artikel zu lang sind. Der Leser wechselt, wenn er mehr als zwei oder drei Mal scrollen muss, entnervt die Seite. Also versuche ich es dieses Mal kürzer. Die Bild-Zeitung schafft es schließlich auch immer wieder, komplexe Sachverhalte mit plakativen Überschriften so rüberzubringen, damit sie der Mann von der Straße versteht. Milch teurer weil Diesel zu billig. Haben Sie das jetzt verstanden? Prima. Und falls doch nicht, lesen und scrollen Sie bitte weiter. Die Globalisierung hat dazu geführt, dass wir auch entfernteste Märkte gezielt erreichen können. Zum Beispiel mit Milchpulver. (Das entspricht jetzt dem Fettgedruckten unter der Überschrift) Hier wechselt der Mann von der Straße von unserer Seite auf den Sportteil seiner Internet-Online-Zeitung. Für die Intellektuellen unter uns noch zwei ergänzende und vielleicht erhellende Sätze: …

Das nahe Ende der Formel 1 für McLaren-Mercedes?

Norbert Haug hat gut lachen: Als Mercedes Sportchef befindet er sich scheinbar in einer komfortablen Position. Seine Formel 1-Fahrer scheinen dieses Jahr die Weltmeisterschaft unter sich auszumachen. Auch wenn Fernando Alonso als amtierender Renault-Weltmeister und Lewis Hamilton als bester Formel 1-Rookie aller Zeiten die Fahrerweltmeisterschaft unter sich auszumachen scheinen (und dabei keine Gelegenheit auslassen, sich mit unfairen Methoden und Provokationen gegenseitig die Punkte wegzunehmen), kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass britisch-deutsche Teams häufig nicht funktionieren (können). Williams-BMW hatte einen ähnlichen Kleinkrieg: Spätestens nachdem bekannt wurde, dass BMW ein komplett eigenes Team aufbauen wollte, lieferte Williams nicht mehr die vollständigen Chassis-, Fahrwerks- und Windkanaldaten. Schließlich macht man die Konkurrenz nicht unnötig schlau, und so wurden die Ergebnisse immer schlechter. Mit dem schweizerisch-deutschen Sauber-BMW-Team ist man auf die Erfolgsstraße zurückgekehrt. Die Britisch-Deutsche Zusammenarbeit war schon einmal schwer belastet: Die Übernahme von Rover durch BMW (keine “Fusion unter Gleichen” bzw. “Hochzeit im Himmel”) und der dadurch entstandene Affront gegenüber Honda, die seinerzeit eine enge Kooperation mit Rover und damit der Welt eigentlich schon bewiesen hatten, dass man mit …

Warum der “Diesel” keine Chance (mehr) hat

Der Diesel ist in, oder besser gesagt, war (noch nie) in. Ab einer gewissen Fahrzeugklasse bzw. einem gewissen Fahrzeuggewicht war es in der Vergangenheit, und das ist bis heute so, durchaus sinnvoll, einen hubraumgroßen Dieselmotor mit (Bi-) Turbo-Aufladung mit einem Geländewagen (nebst vollem Pferdeanhänger) zu kombinieren. Und zwar genau in dieser Reihenfolge. Wir sind sicher, dass der neue Audi Q7 mit V12-Dieselmotor, sechs Litern Hubraum und 500 PS für genau diesen Einsatzzweck fertig entwickelt wird (von 0 auf 100 km/h in 5,5 Sekunden, Spitze 250 km/h, abgeregelt). Denn Audi steht, wie wir mittlerweile gelernt haben, für “Vorsprung durch Technik“. Stattdessen verpflanzt ihn Audi in den (Rennsport) R10 TDI und gewinnt damit die 24 Stunden von LeMans. Auch wenn Peugeot nächstes Jahr ebenfalls mit einem V12-Diesel-HDI dieses Rennen gewinnen wird oder zumindest von der Papierform her gewinnen müsste, dürften diese Ergebnisse nicht (mehr) ohne weiteres auf die Einsatzbedingungen des normalen Straßenverkehrs übertragbar sein. Ein Drehmoment von annähernd 1.000 Nm ändert nichts an der Tatsache, dass moderne Diesel-Fahrzeuge ca. 30% länger übersetzt sind als vergleichbare (große) Benzineinspritz-Fahrzeuge. …

Warum google so erfolgreich ist

1,47 Mrd. US $ Gewinn in 2005, das muss man erst einmal verdauen, mit einer Internetsuchmaschine, was immer auch dahinter steckt. Mit der deutschen Version verhält es sich ähnlich. Wie geht das? Durch Werbe-Banner. Vielleicht. Aber das Internet ist doch “kostenlos“? Zumindest für den User. Allerdings nicht umsonst. Und vielleicht zahlen wir sogar einen (zu) hohen Preis. Mittlerweile dürfte sich herumgesprochen haben, dass man Platzierungen in Suchmachinen beeinflussen, ja regelrecht kaufen kann. Eine nützliche Investition? Vielleicht. Aber es bleibt ein Beigeschmack: Denn der User wird offensichtlich getäuscht. Damit könnte man auch wieder “Geld verdienen”: Man entwickelt eine Internet-Verifizierungs-Suchmaschine, die die tatsächlichen Platzierungen einschließlich der “Tricksereien” ausweist. Technisch sicherlich bereits möglich. Wahrscheinlich gibt es das bereits. Und die zugehörige Vision lautet dann: “Ehrlich währt am längsten”, oder, um mit Christian Morgenstern zu sprechen: “Die Sonne bringt es an den Tag”. Und die Erfinder planen bereits den Gang an die Börse mit dem schönen Firmennamen “Trooble“. Das setzt sich zusammen aus true (wahr), erinnert mit den “oo`s” an google und die o`s lassen sich beliebig verlängern. Und …

Das (un) ausgeglichene Kunden-Lieferanten-Verhältnis

Wir erleben gelegentlich, dass der Kunde “König” ist. Das ist schön, beweist es doch, dass wir erkannt haben, wer unser Gehalt bezahlt. Was wir vielleicht noch nicht genügend erkannt haben, ist die Tatsache, dass, wenn wir unsere Mitarbeiter richtig behandeln, diese wiederum den Kunden richtig und fair behandeln. Das ist auf Dauer viel erfolgreicher, denn in vielen Firmen focussierte man zu sehr auf “Kundenorientierung“, allerdings zu Lasten der Mitarbeiterorientierung. Wir setzten uns vorwiegend dann mit Mitarbeitern auseinander, wenn sich der Kunde, zu Recht oder zu Unrecht, beschwert hatte. Diese Art von Kritikgesprächen kann auf Dauer zermürbend sein. Für den Mitarbeiter, aber auch für den “Chef”. Denn Mitarbeitergespräche müssen vorbereitet sein, emotionale “Schnellschüsse” können leicht (miß-) interpretiert werden. Und wenn ich einem Mitarbeiter immer nur dann Gelegenheit gebe, sich zu äußern, weil mal wieder etwas schiefgelaufen ist, wird er bald ein Mitarbeitergespräch als etwas Unangenehmes, vielleicht sogar Ungerechtes empfinden. Und wir reden vom Mitarbeitergespräch, nicht vom “Chefgespräch“. Spätestens wenn ein (ERA) Beurteilungsgespräch ansteht, wird sich der intelligente Mitarbeiter so präparieren, dass nicht er selbst, sondern der …

Warum wir in Deutschland tatsächlich (Kosten-) Nachteile haben

Was früher vom Meister an Verbesserungsvorschlägen verhindert wurde, weil er, zumindest teilweise, gute Ideen aus der Mannschaft als Kritik an der eigenen Person empfand (oder empfinden musste), blockieren heute Gruppen- und Abteilungsleiter aus einem falschen Führungsverständnis heraus. Wir werfen ihnen das nicht vor, denn sie wurden häufig Vorgesetzte, weil sie fachlich hervorragend ausgebildet waren. Leider wurde ihre soziale Kompetenz nicht in entsprechendem Maße (zur Führungskraft) entwickelt. Das war früher auch nicht nötig, denn sie trugen mit ihrem grauen Baumkittel ein Insignium der Macht, das ihnen, schon rein äußerlich, einen Argumentationsvorteil zu geben schien. Heute erkennt man die Mittelmanager auf den Flughäfen dieser Welt an ihrem Handy, an der Vielflieger-Kundenkarte, an ihrer Notebooktasche und insbesondere an ihrer Art, scheinbar strategische Entscheidungen telefonisch in den Warteräumen des Flughafens lautstark zu vermitteln oder zumindest zu kommentieren. Die Topmanager kann man auch auf den Flughäfen erkennen. Sie benutzen nicht die firmeneigene Maschine für den Flug nach USA oder Italien, sondern Linienmaschinen, weil sie das Vielfliegerbonusprogramm herbeten können wie früher die Bibel im Konfirmandenunterricht. Und sie sind stets auf dem …

Warum auch bei der “Tour de France” alle gedopt sind

Endlich haben sie sich geoutet bzw. sind nahezu überführt: Fahrer, (Team-) Manager, (Sport-) Ärzte, Funktionäre, Ehegattinen und -gatten. Noch nicht genügend erkannt bzw. beschuldigt sind die Veranstalter bzw. wir, die Zuschauer. Aber Selbsterkenntnis ist bekanntermaßen der erste Schritt zur Besserung. Jawohl, ich gebe es zu, ich bin mitschuldig. Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass die Veranstalter im Interesse des Zuschauers die einzelnen Etappen so gestalten, dass die Rennen spannend sind, dass Ausreißversuche meist erfolglos bleiben, dass die Taktik (un) durchschaubar ist, dass die Mannschaftsleistung mehr zählt als die Einzelleistung und insbesondere, dass der Veranstalter alles tut, um einen fairen Wettkampf zu gewährleisten. Heute weiß ich, dass eine andere Strategie dahinter steckt: Die einzelnen Etappen haben etwa 20% Überlänge. Das ist wie im Kino, wo wir gewohnt sind, nach 90 Minuten ein “Happy-end” zu erleben. Dauert ein Film 108 Minuten, muss der Vordermann mal kurz auf Toilette (vielleicht zur Kontrolle?), der Nebenmann muss sich eine Zigarette anzünden (oder steckt sie sich zumindest vorsorglich in den Mund), unsere Partnerin schläft ein und der Hintermann ruft mit …